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Bundesagentur für Arbeit : Zahl der Arbeitslosen steigt nur leicht

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Bild: Bundesagentur für Arbeit

Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit weiter fort. Zwar ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Januar leicht auf 3,66 Millionen gestiegen, bereinigt um saisonale Effekte sind jedoch 89.000 Menschen weniger arbeitslos als im Dezember.

          Der Arbeitsmarkt ist besser in das neue Jahr gestartet als erwartet. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Januar zwar um 253.000 auf 3,66 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag mitteilte. Dies ist aber der niedrigste Januar-Wert seit 15 Jahren. Der Anstieg fiel zudem geringer aus als im Winter üblich. Als Gründe nannte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise die robuste Konjunktur, das milde Wetter und das Saisonkurzarbeitergeld. „Das Beschäftigungswachstum hält an“, betonte Weise. Trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten und der sich abschwächenden Konjunktur bleibe die BA bei ihrem positiven Ausblick für 2008.

          Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Effekte ging die Arbeitslosigkeit unerwartet deutlich um 89.000 auf saisonbereinigt 3,412 Millionen (Quote 8,1 Prozent) zurück. Banken-Volkswirte hatten im Schnitt mit einer Abnahme um 48.000 gerechnet. Dass der Rückgang so deutlich ausfiel, erklärte die BA auch mit Sonderfaktoren wie dem milden Winter. Zudem könne das Rechenverfahren die Auswirkungen des Saisonkurzabeitergeldes, das die Winterarbeitslosigkeit verringere, noch nicht vollständig abbilden.

          BA: Noch keine Bremsspuren erkennbar

          „Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort“, sagte Weise. „Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Januar weniger gestiegen als üblich.“ Im Vergleich zum Januar 2007 wurden 625.000 Arbeitslose weniger registriert. Die unbereinigte Quote fiel im Jahresvergleich um 1,5 Punkte auf 8,7 Prozent. „Auf dem Arbeitsmarkt sind noch keine Bremsspuren zu erkennen“, erklärte die BA. Die Behörde verfolgt laut Weise sehr aufmerksam die Warnungen vor einer Abschwächung der Konjunktur. Bei aller Kenntnis der Auswirkungen der Finanzkrise, des hohen Ölpreises und des Dollar-Kurses bleibe die BA aber bei ihrer Einschätzung, dass die Arbeitslosenzahl 2008 auf im Schnitt 3,5 Millionen zurückgehe, nach knapp 3,8 Millionen im Vorjahr.“Diese 3,5 Millionen sind eine sichere Prognose“, sagte Weise.

          Die gute Konjunktur hat die Arbeitslosigkeit im Januar vergleichsweise moderat steigen lassen

          Das Stellenangebot blieb im Januar auf hohem Niveau. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hätten weiter zugelegt. Mit rund 40,2 Millionen Erwerbstätigen gab es im Januar 586.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die sozialabgabenpflichtige Beschäftigung übertraf nach BA-Zahlen im November mit 27,46 Millionen den Vorjahresswert um 545.000. Knapp die Hälfte davon entfalle auf Vollzeitstellen. Für Februar rechnet die BA nochmals mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit, bevor die Frühjahrsbelebung einsetzt. Üblich sei im Februar ein Anstieg um etwa 50.000.

          Scholz: Robuster Aufwärtstrend

          Bundesarbeitsminister Olaf Scholz sprach in Berlin von einem“robusten Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt“. Deutschland bleibe auf Wachstumskurs.“Trotz Bankenkrise und Nokia-Schließung können wir weiter zuversichtlich sein: Der Aufschwung am Arbeitsmarkt
          hält an“, erklärte der SPD-Politiker.

          CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla plädierte für Reformen.“Gerade wenn Wolken am internationalen Konjunkturhimmel aufziehen, sind Reformen in Deutschland umso nötiger.“ Wenn sich Spielräume für Senkungen der Sozialabgaben ergäben, müssten diese genutzt werden. Die Zahl der Arbeitsmarktinstrumente müsse“von 80 auf höchstens 40 halbiert werden“.

          Die Bundesvereinigung der Arbeitgeber (BDA) forderte die Bundesregierung auf,“schnellstmöglich zum Reformkurs zurückzukehren“. Stattdessen werde über“immer neue vermeintliche soziale Wohltaten“ diskutiert.

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