https://www.faz.net/-gqe-vxtg

Ausstand im öffentlichen Dienst : Streiks in Frankreich werden ausgeweitet

  • Aktualisiert am

Die Beamten streiken gegen den geplanten Abbau von Stellen im öffentlichen Dienst Bild: dpa

In Frankreich streiken seit einer Woche die Eisenbahner gegen den geplanten Abbau von Rentenprivilegien. Nun wollen auch Lehrer und Mitarbeiter von Post, Telekom und Air France ihre Arbeit niederlegen.

          Keine Metros, keine Post, keine Schule, keine Zeitungen - die Streikwelle in Frankreich erreicht nach einer Woche einen neuen Höhepunkt. Am Dienstag ist auch ein Großteil der etwa fünf Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im Ausstand. Sie fordern bessere Einkommen und weniger Stellenstreichungen.

          Ihr Streik war schon länger geplant und fällt eher zufällig mit dem Streik der Eisenbahner zusammen, der sich gegen die geplante Abschaffung von Sonderregelungen bei der Rente richtet. Präsident Nicolas Sarkozy hat sich bislang nicht öffentlich zu den Streiks geäußert.

          Zwei Protestbewegungen

          Am frühen Morgen bildeten sich erneut lange Staus im ganzen Land. Etwa jeder zweite Fernzug und zahlreiche Metros fielen aus. Am Nachmittag ist in Paris ein Protestmarsch geplant. Die Streikwelle hat auch Universitäten erfasst, die gegen eine bereits verabschiedete Hochschulreform protestieren. Wegen eines Druckerstreiks gab es am Dienstag keine Zeitungen am Kiosk. Mehrere Blätter stellten ihre Ausgaben gratis im Internet zur Verfügung.

          Gut die Hälfte der Franzosen befürwortet nach Umfragen den Ausstand im öffentlichen Dienst. Den Streik der Eisenbahner halten die meisten Franzosen dagegen für nicht gerechtfertigt. Die Regierung will verhindern, dass sich beide Protestbewegungen zusammenschließen. Wirtschaftsministerin Christine Lagarde bezifferte die Kosten des Ausstands am Montag auf 300 Millionen bis 350 Millionen Euro pro Werktag.

          Weitere Themen

          SPD orientiert sich an der Schweiz

          FAZ Plus Artikel: Vermögenssteuer : SPD orientiert sich an der Schweiz

          Bei ihren Plänen, eine Vermögenssteuer für reiche Privatpersonen und Unternehmen einzuführen, orientiert sich die SPD am „Schweizer Modell“. Die Eigenheiten des Steuersystems des Nachbarlandes lässt sie dabei aber außer Acht.

          Axel Voss auf der Gamescom Video-Seite öffnen

          „Dont kill the Messenger“ : Axel Voss auf der Gamescom

          Wir haben einen Rundgang über das Kölner Messegelände mit Axel Voss, dem wohl polarisierendsten Besucher der diesjährigen Gamescom unternommen und uns mit ihm über die Debatte um Artikel 13, seine Bekanntheit bei jüngeren Gamern und Minecraft unterhalten.

          Topmeldungen

          Es ist das erste Mal, dass Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel ausrichtet.

          G-7-Gipfel : Wer reden will, soll ruhig reden

          In Biarritz inszeniert Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel voller Überraschungen. Er überrumpelt Trump und lässt den iranischen Außenminister einfliegen. Ganz offensichtlich hat der französische Präsident aus seinem Anfängerfehler gelernt.
          Die Union hat in Dresden die Kohle im Blick

          Union und Kohleausstieg : „Es gilt das, was vereinbart ist: 2038“

          Die Verunsicherung unter den Bergleuten war groß, als Bayerns Ministerpräsident Markus Söder jüngst einen Ausstieg aus der Kohle 2030 ins Spiel brachte. Annegret Kramp-Karrenbauer verspricht nun, am Kohle-Ausstiegstermin 2038 nicht mehr zu rütteln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.