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Ausbildungspakt : 185.000 Ausbildungsplätze fehlen

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Bild: F.A.Z.

Auf 308.000 Schulabgänger, die sich um eine Lehrstelle bewerben wollen, kommen nur etwa 124.000 freie Ausbildungsplätze. Dennoch zeigen sich die Partner des Ausbildungspakts zuversichtlich.

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          Auf dem Lehrstellenmarkt fehlen derzeit noch etwa 185.000 Ausbildungsplätze. Auf 308.000 Schulabgänger, die sich um eine Lehrstelle bewerben wollen, kommen etwa 124.000 freie Ausbildungsplätze, teilte der stellvertretende Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Heinrich Alt, am Mittwoch in Berlin mit.

          Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) zeigte sich bei dem Treffen, auf dem BA, Regierung und Wirtschaftsverbände eine Zwischenbilanz des Ausbildungspakts für das Jahr 2005 zogen, zuversichtlich. "Wir sind auf dem richtigen Weg, auch wenn es noch ein Stück bergauf geht", sagte er. Alle am Pakt beteiligten Parteien, darunter auch der Bund, müßten sich anstrengen, um ihre Verpflichtungen einzuhalten.

          „Aussagefähige Daten erst in den nächsten Monaten“

          Aktuell sind in diesem Jahr bei den Industrie- und Handelskammern bereits 13.000 Ausbildungsplätze neu eingeworben worden, berichtete der Präsident des Deutschen Industrie- und handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun. Das sind etwas mehr als im Vorjahr. Bei den Handwerkskammern sind es etwas mehr als 5.000 Lehrstellen. Im Handwerk würden Verträge üblicherweise aber erst später im Jahr abgeschlossen, heißt es in der gemeinsamen Zwischenbilanz. "Aussagefähige Daten liegen deshalb erst in den nächsten Monaten vor."

          Clement: „Wir sind auf dem richtigen Weg”

          Braun zeigte sich davon überzeugt, daß die Ziele von 30.000 neuen Ausbildungsplätzen und 25.000 Einstiegsqualifikationen für schwächere Bewerber auch in diesem Jahr "übererfüllt" würden.

          Wirtschaft hat 30.000 neue Plätze im Jahr zugesagt

          Clement sagte, zum Jahresende solle mindestens das Ergebnis des Vorjahres erreicht werden. Im Jahr 2004 verblieb eine Ausbildungsplatzlücke von rund 10.000. Die derzeit von der BA gemeldete "rechnerische Lücke" von rund 185.000 führte Clement auch darauf zurück, daß noch lange nicht alle abgeschlossenen Ausbildungsverträge bei der BA gemeldet seien. Die Unternehmen müßten das schnell nachholen, forderte er.

          Bildungsministerin Edelgard Bulmahn rief die Wirtschaft auf, alle Kräfte zu mobilisieren, damit das Ziel des Paktes wieder erreicht wird. Ziel des im vergangenen Frühsommer abgeschlossenen Paktes, der für die Dauer von drei Jahren gilt, ist es, jedem Jugendlichen einen Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen. Dafür hat die Wirtschaft jedes Jahr 30.000 neue Plätze zugesagt.

          „Die Unionsfraktion steht zum Ausbildungspakt“

          Braun kündigte an, die Pakt-Partner aus der Wirtschaft wollten den Ausbildungspakt auch über den Zeitraum fortsetzen, den die jetzige Regierung im Amt ist. "Das gilt für das Jahr 2006 und darüber hinaus, wenn eine Regierung eine Verlängerung wünscht", sagte er.

          Die stellvertretende CDU/CSU-Fraktionschefin Maria Böhmer erklärte: "Die Unionsfraktion steht zum Ausbildungspakt." Eine nachhaltige Besserung auf dem Ausbildungsmarkt sei aber nur zu schaffen, wenn die Politik wieder strikt auf wirtschaftliches Wachstum setze.

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