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Asmussen-Nachfolge : Lautenschläger vor Karrieresprung zur EZB

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Ein „fröhlicher Genussmensch“: Sabine Lautenschläger Bild: Eilmes, Wolfgang

Nach dem Wechsel von Jörg Asmussen ins Arbeitsministerium könnte erstmals nach längerer Zeit wieder eine Frau ins EZB-Führungsgremium einziehen. Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger gilt als Kandidatin.

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          Erstmals seit längerer Pause könnte wieder eine Frau in das Führungsgremium der Europäischen Zentralbank einziehen: Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger gilt als Kandidatin für die Nachfolge von Jörg Asmussen im sechsköpfigen EZB-Direktorium. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bescheinigt der 49-jährige Juristin: „Es geht bei der EZB jetzt auch darum, die Aufgabe der Bankenaufsicht neu aufzubauen und da hat sie ganz große Erfahrungen.“

          Die ausgewiesene Finanzmarktexpertin, die sich selbst als „fröhlichen Genussmenschen“ beschreibt, weist mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Bankenkontrolle vor. Die Mutter einer inzwischen erwachsenen Tochter, startete 1995 direkt nach ihrem zweiten juristischen Staatsexamen als Referentin in der Bankenaufsicht beim damaligen Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen.

          „Misstrauen gehört zu einem guten Bankenaufseher. Trotzdem kann man im Grundsatz optimistisch und höflich sein“, beschrieb sie kürzlich in einem F.A.Z.-Interview ihre Arbeitseinstellung. Ab 2005 leitete die gebürtige Stuttgarterin die Abteilung Aufsicht über Großbanken und ausgewählte Kreditbanken bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bundesfinanzaufsicht (Bafin), im April 2008 wurde sie oberste Bankenaufseherin bei der Bonner Behörde.

          2011 zog sie als erste Frau in den Bundesbank-Vorstand ein, zuständig unter anderem für Banken und Finanzaufsicht. Mitarbeiter beschreiben Lautenschläger als humorvoll und als einen Menschen, der offen und neugierig auf andere zugeht. Sie selbst formuliert es so: „Schlechte Laune hilft nicht bei der Lösung von Problemen.“

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