https://www.faz.net/-gqg-7bc73

Studie : Aufstocker arbeiten meistens Teilzeit

  • Aktualisiert am

Nicht jedem Kellner reicht das Geld zum Leben. Bild: Pilar, Daniel

Rund 1,3 Millionen Menschen reicht ihr Lohn nicht zum Leben, sie bekommen Hartz IV. Viele arbeiten halbtags oder kürzer.

          1 Min.

          Rund 1,3 Millionen Menschen bekommen Hartz IV, obwohl sie arbeiten, weil ihr Lohn nicht zum Leben reicht: die „Aufstocker“. Doch die wenigsten davon arbeiten Vollzeit. Rund 60 Prozent der Aufstocker arbeiten sogar weniger als 22 Stunden in der Woche, wie eine neue Untersuchung des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit zeigt.

          Fehlende Qualifikationen und schwere gesundheitliche Einschränkungen hindern einer neuen Studie zufolge viele Hartz-IV-Aufstocker am Verlassen des Leistungsbezuges. Zudem bahnten „geringfügige und befristete Beschäftigungsverhältnisse, Zeitarbeit oder niedrig entlohnte Tätigkeiten“ nur selten den Weg in einen regulären Job, heißt es in der Untersuchung.

          Rund 60 Prozent der Aufstocker aus dem Jahre 2010 bekamen auch im Jahr danach ergänzendes Hartz IV, ermittelten die Forscher. Wenn sich die Lage der Betroffenen verändere, dann oft zum besseren: Es bekamen mehr Arbeitslose eine Aufstocker-Stelle, als Aufstocker arbeitslos wurden. Gleichzeitig gab es mehr Aufstocker, die den Sprung zu einer besser bezahlten Stelle schafften, als Erwerbstätige, die zusätzlich ergänzendes Hartz IV bekamen.

          Der durchschnittliche Bruttostundenlohn der Aufstocker betrage 6,20 Euro, teilten die Forscher mit. Seit 2010 ist ihre Zahl zurückgegangen. Dennoch hat ihr Anteil an den erwerbsfähigen Hilfebedürftigen wegen des allgemeinen Rückgangs der Grundsicherungsempfänger zugenommen.

          Weitere Themen

          Abwehrkämpfer in Not

          FAZ Plus Artikel: Vorstandschef bei K+S : Abwehrkämpfer in Not

          Der Vorstandschef vom Dünger- und Salzkonzern K+S sieht den Aktienkurs sinken. Nun muss Burkhard Lohr Ziele revidieren und Schulden abbauen. Geplant sind Teilverkäufe oder der Börsengang amerikanischer Geschäfte.

          Topmeldungen

          Die draußen gegen die drinnen: Aktivisten demonstrieren am Mittwoch vor den Türen der Messehalle in Madrid.

          Klimagipfel in Madrid : Aufbruch im Mäuseschritt

          Beim Klimagipfel in Madrid trifft Protest auf Politik, ehrgeizig wollen alle sein. Doch im Inneren der Messehalle sind selbst kleine Kompromisse mühsam – vielversprechend klingt nur der „Green Deal.“
          Christine Lagarde auf der Pressekonferenz in Frankfurt

          EZB-Präsidentin Lagarde : Zinsentscheid mit einem Lächeln

          Die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, stellt sich erstmals nach einer Ratssitzung der Presse. Den Zinssatz lässt sie unverändert, doch ihr Stil unterscheidet sich deutlich von dem ihres Vorgängers Draghi.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.