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Kommentar : So bekämpft man Armut

Immer wieder heißt es, die Schere zwischen Arm und Reich gehe in Deutschland weiter auf. Aber das stimmt nicht. Der Trend ist hierzulande schon seit Jahren gestoppt. Aus gutem Grund.

          Es gibt Sätze, die werden auch nach der zwanzigsten Wiederholung nicht wahrer: zum Beispiel der, dass Arm und Reich in Deutschland immer weiter auseinanderdriften. Dieser Trend ist in Deutschland schon seit Jahren gestoppt. Wer das nicht glaubt, sollte sich die jüngsten Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung anschauen.

          Es rückt der Armut mit immer neuen Rechnungen zu Leibe und stellt trotzdem nicht fest, dass es in Deutschland immer schlimmer würde. Diese gute Zeit hat ungefähr im Jahr 2006 begonnen – bald nach den Arbeitsmarktreformen von Gerhard Schröder.

          So beweist die Wirklichkeit, dass auch ein anderer Satz unwahr ist: Wer Armut bekämpfen will, muss Sozialleistungen erhöhen? Nein. Wer Armut bekämpfen will, muss Arbeit schaffen.

          Das ist nicht leicht. Vielen Kindern fehlt es heute an Bildung und an Chancen auf einen guten Arbeitsplatz. Aber da kommt noch ein unwahrer Satz ins Spiel: Die Chancen eines Kindes hängen vom Reichtum der Eltern ab? Nein. Dutzende Untersuchungen haben gezeigt: Es geht nicht um den Geldbeutel, sondern um die Erziehung. Und die kann auch in armen Familien gut sein.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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