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Folgen der schwachen Konjunktur : Die Welt wird ungleicher, Deutschland nicht

Hilfe für Bedürftige: In vielen Ländern steigt das Armuts-Risiko Bild: dpa

Durch hohe Arbeitslosigkeit und Sparpolitik steigt in vielen Ländern das Risiko für Armut und Soziale Ungerechtigkeit. In Deutschland und Österreich beobachtet die Wirtschaftsorganisation OECD indes einen umgekehrten Trend.

          Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Ungleichheit der Einkommensverteilung deutlich verschärft. Das zeigen aktuelle Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Ungleichheit der Bruttoeinkommen in den OECD-Ländern sei in den drei Jahren der Krise seit 2008 stärker gewachsen als in den zwölf Jahren zuvor. Gleichzeitig hätten Konjunkturpakete sowie Steuer- und Transfersysteme die negativen Folgen der Krise bis Ende 2010 für viele Haushalte abgemildert.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die hohe Arbeitslosigkeit und die Sparpolitik in vielen Staaten ließen jedoch befürchten, dass das Risiko für Armut und soziale Ungleichheit in den kommenden Jahren steigen werde. In Deutschland und Österreich beobachtet die OECD indes eine umgekehrte Tendenz: In beiden Ländern seien zwischen 2007 und 2010 sowohl die Bruttoeinkommen als auch die verfügbaren Einkommen (nach Steuern und Abgaben) leicht gestiegen, berichtete die OECD am Dienstag.

          Gegen den Trend

          Die Einkommensungleichheit verharre dabei etwa auf Vorkrisenniveau. Als Indikator für diese Ungleichheit werden zwei Maße herangezogen, zum einen der sogenannte Gini-Koeffizient; dieser liegt bei null, wenn alle Menschen in einer Gesellschaft das gleiche Einkommen erhalten, und bei eins, wenn eine Person das gesamte Einkommen bezieht. Des Weiteren werde das Verhältnis zwischen den Durchschnittseinkommen der ärmsten und der reichsten zehn Prozent der Bevölkerung gemessen.

          Der Gini-Koeffizient lag nach OECD-Angaben in Österreich 2010 bei 0,27 und in Deutschland bei 0,29 - und damit niedriger als der OECD-Schnitt von 0,31. Gleichzeitig verdienten die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung nach Steuern und Transfers in Österreich sechs Mal so viel wie die ärmsten. In Deutschland lag das Verhältnis bei 7 zu 1 und im OECD-Schnitt bei 9,5 zu1. Die Daten belegen nach OECD-Angaben auch, dass ärmere Haushalte über die Krisenjahre entweder mehr verloren oder weniger gewonnen hätten als reichere Haushalte.

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          In 21 von 33 Ländern sei die Einkommensentwicklung für die 10 Prozent der am besten Verdienenden besser verlaufen als für die 10 Prozent mit dem geringsten Einkommen. Deutschland laufe auch hier gegen den Trend: Das verfügbare Haushalteinkommen sei für Gut- und für Geringverdiener gestiegen. Der Anteil der Menschen, die weniger als die Hälfte des Medianeinkommens beziehen und damit als einkommensarm gelten,

          veränderte sich im OECD-Schnitt zwischen 2007 und 2010 kaum. Allerdings stieg das Armutsrisiko für Kinder und junge Leute im OECD-Schnitt um 1 bis 2 Prozentpunkte, während es für Ältere um 3 Punkte sank. In Deutschland lebten 2010 knapp 9 Prozent der Menschen in relativer Armut, in Österreich 8 und in der Schweiz 9,5 Prozent. Der OECD-Durchschnitt betrug 11,3 Prozent.

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