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Nach 14 Jahren : Argentinien einigt sich mit einigen Gläubigern

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Argentiniens neuer Präsident Mauricio Macri will den 14 Jahre dauernden Streit mit einigen auf Pleiten spezialisierten Hedgefonds beilegen. Bild: AFP

Auf Pleiten spezialisierte Hedgefonds haben Argentinien vor Gericht gestellt. Nach vielen Jahren sind sich beiden Seiten nun offenbar einig geworden, zumindest teilweise.

          Rund 14 Jahre nach seiner Staatspleite hat sich Argentinien im Schuldenstreit mit mehreren Gläubigern in den Vereinigten Staaten geeinigt. Die jetzige Vereinbarung entspreche in etwa einem Vorschlag, den das südamerikanische Land Anfang des Monats vorgelegt habe, teilte der gerichtlich bestellte Vermittler Daniel Pollack mit. Dieser sah die Zahlung von 6,5 Milliarden Dollar in bar an die Gläubiger vor.

          Nach der Staatspleite im Jahr 2002 hatte sich die Regierung mit den meisten Geldgebern auf einen Schuldenerlass und einen Umtausch von Anleihen geeinigt. Mehrere Hedgefonds kauften die Bonds damals zu vergleichsweise günstigen Preisen auf, verweigerten aber einen Schuldenschnitt - und zogen stattdessen vor Gericht. Mit der erzielten Vereinbarung müssen sie nun auf bis zu 30 Prozent ihrer Ansprüche verzichten.

          Laut Pollack haben allerdings erst zwei der sechs großen Kläger eingewilligt. Die Hedgefonds Elliott Management's NML Capital und Aurelius sind nicht darunter. Zudem gibt es weitere Hürden vor einer Einigung: So muss das Parlament in Buenos Aires grünes Licht geben und eine frühere Anordnung eines New Yorker Gerichts in dem Schuldenstreit aufgehoben werden, wie Pollack betonte. Allerdings hoffe er auf weitere Einigungen. Ein Anwalt der Kläger äußerte sich erleichtert, dass Argentinien den Streit endlich hinter sich lassen wolle.

          Geld fehlt

          In die New Yorker Verhandlungen war erst nach dem Wechsel an der Staatsspitze Argentiniens Bewegung gekommen: Der neue Präsident Mauricio Macri will seinem Land wieder Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten verschaffen und hat in dem Schuldenstreit  versöhnlichere Töne angeschlagen als seine Vorgängerin Cristina Fernandez. Sie hatte die klagenden Hedgefonds als „Geierfonds“ bezeichnet.

          Eine Einigung mit Investoren könnte Argentinien helfen, wieder an frisches Geld zu kommen. Dieses wird dringend benötigt, um die maroden Verkehrswege zu sanieren. Zudem hoffen Firmen und Regionen in der drittgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas auf  günstigere Refinanzierungskosten.

          A.d.R.: In einer früheren Fassung dieser Meldung hatten wir mit der Überschrift nahegelegt, dass dies der große Durchbruch im Schuldenstreit ist. Soweit ist es aber (noch) nicht.

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