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Arbeitskräfte-Mangel : Zuwanderer entlasten Deutschland

In Schwäbisch Gmünd werden Asylbewerber in einer Lernwerkstatt ausgebildet. Bild: Frank Röth

Deutschland ist zum beliebten Einwanderungsland geworden. Das mildert den Arbeitskräfte-Mangel ab, findet Andrea Nahles. Doch es reicht noch nicht.

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          Die steigende Zuwanderung nach Deutschland kann nach Einschätzung von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) den befürchteten Fachkräftemangel in den nächsten Jahrzehnten deutlich abmildern. Abweichend von früheren Bevölkerungsprognosen könne man nun für die Zeit bis 2030 von einer Nettozuwanderung von jährlich 300.000 Personen ausgehen: „Dieses positive Szenario ist erreichbar“, sagte sie am Donnerstag in Berlin. Bisherige Prognosen hatten meist eine jährliche Nettozuwanderung von 100.000 Personen unterstellt. Nahles stellte sich hinter die Pläne der SPD-Fraktion für ein neues, übersichtlicheres Einwanderungsgesetz.

          Dietrich Creutzburg
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Deutschland ist inzwischen zum zweitbeliebtesten Einwanderungsland der Welt geworden. Die meisten Einwanderer stammen aus der Europäischen Union, vor allem aus Polen, Rumänien, Italien, Ungarn und Spanien.

          Eine neue Langfriststudie, die Nahles zusammen mit Familienministerin Manuela Schwesig und der Integrationsbeauftragten Aydan Özoguz (beide SPD) vorstellte, geht nun davon aus, dass mit der auf das Dreifache erhöhten Zuwanderung die Gesamtzahl der Arbeitskräfte bis 2030 nur noch um knapp eine Million sinken werde. Frühere Prognosen hatten einen Rückgang um bis zu 6,5 Millionen Arbeitskräfte vorhergesagt.

          Eine vom Arbeitsministerium 2013 vorgelegte Vorläuferstudie hatte mit der Annahme einer Nettozuwanderung von 200.000 Personen vorausgesagt, dass die Zahl der Arbeitkräfte um 2,9 Millionen sinken werde. Auch mit dieser etwas vorsichtigeren Annahme kommt die neuen Studie nun in einer Alternativberechnung nur noch zu einem Rückgang um 2 Millionen.

          Der Unterschied zu 2013 erklärt sich offenbar damit, dass von einem noch stärkeren Anstieg der Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren ausgegangen wird. Die Auswirkungen der neuen Rente ab 63 seien dabei schon berücksichtigt, heißt es in der Studie, an der fünf Forschungsinstitute beteiligt waren.

          Abgesehen von der Diskussion über ein neues Einwanderungsrecht werteten Nahles und Schwesig die Studie als Bestätigung für ihre weiteren Pläne, den Arbeitsmarkt stärker zugunsten der Beschäftigten zu regulieren: Die gesetzliche Frauenquote, das geplante Gesetz zur Gleichbezahlung von Männern und Frauen und der geplante Rechtsanspruch auf eine Rückkehr von Teilzeit- zu Vollzeitarbeit seien wichtige Voraussetzungen, um künftig genügend Menschen für eine Erwerbstätigkeit zu gewinnen.

          Beliebtes Deutschland : Kann man Zuwanderungs- und Asylfragen vermischen?

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