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Arbeitsmarkt : Clement: „Unser Kurs stimmt“

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Clement: „Pflichten aus dem Ausbildungspakt einlösen” Bild: AP

Die Arbeitslosenzahl ist im Juni auf 4,7 Millionen gesunken. Das sind weniger Arbeitslose als im Mai, aber deutlich mehr als im Jahr zuvor. Wirtschaftsminister Clement wertet die neuen Daten vom Arbeitsmarkt als Erfolg.

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          Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sieht im Rückgang der Arbeitslosigkeit im Juni eine Bestätigung für die Arbeitsmarktpolitik der Regierung. So kräftig wie im Mai und Juni seien die Arbeitslosenzahlen seit fünf Jahren nicht mehr gefallen, sagte Clement am Donnerstag in Berlin. Die Erwerbstätigkeit habe den höchsten Stand der vergangenen drei Jahre erreicht. „Das alles zeigt: Unser Kurs stimmt“, lautete seine Bilanz.

          Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni auf 4,704 Millionen gesunken. Das waren knapp 103.000 weniger als im Mai, aber 471.000 mehr als vor einem Jahr. Wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte, sank die Quote um 0,3 Punkte auf 11,3 Prozent. Im Westen wurden 3,117 Millionen Arbeitslose gezählt, in Ostdeutschland 1,587 Millionen.

          Weise: „Jahreszeitlich übliche Belebung“

          Clement wies darauf hin, daß die Zahl der Lehrstellen rückläufig sei. Er mahnte: „Wir müssen unsere Pflichten aus dem Ausbildungspakt einlösen.“ Als Kernproblem des Arbeitsmarktes bezeichnete der SPD-Politiker die Integration der ehemaligen Sozialhilfeempfänger in den Arbeitsmarkt. Von ihnen hätten lediglich 52.000 ihre Arbeitslosigkeit beenden können. Zwar sei die Zahl der Zusatzjobs im Juni auf rund 240.000 gestiegen. Doch für alle, die noch sehr weit vom ersten Arbeitsmarkt entfernt seien, müsse noch wesentlich mehr getan werden.

          Der Vorstandschef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, sagte: „Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Juni deutlich gesunken. Das geht vor allem auf die jahreszeitlich übliche Belebung am Arbeitsmarkt zurück. Konjunkturelle Impulse haben dagegen nach Erkenntnissen der Bundesagentur für Arbeit beim Abbau der Arbeitslosigkeit kaum eine Rolle gespielt.“

          Zahl der Erwerbstätigen sinkt saisonbereinigt

          Unterdessen hat das Statistische Bundesamt mitgeteilt, daß die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland im Mai saisonbereinigt erstmals seit Juli vergangenen Jahres wieder etwas gesunken ist.

          Zwar waren im Mai jahreszeitlich bedingt 80.000 Menschen mehr erwerbstätig als im Vormonat, unter Ausschluß der Saisoneinflüsse nahm die Erwerbstätigenzahl aber um 4.000 auf 38,892 Millionen ab.

          „Kaum Bewegung auf dem Arbeitsmarkt“

          Unbereinigt waren im Mai 38,84 Millionen Menschen erwerbstätig. „Sieht man von den jahreszeitlich bedingten Schwankungen ab, so war in den vergangenen Monaten kaum Bewegung auf dem Arbeitsmarkt zu erkennen“, erklärten die Statistiker. Zuwächse bei der Erwerbstätigkeit beschränkten sich weiter überwiegend auf Mini- oder Zusatz-Jobs und Ich-AGs. „Zugleich lag die Zahl der voll sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten weiterhin unter Vorjahresniveau.“

          Nach dem Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) lag die Erwerbslosenquote im Mai unbereinigt bei 9,5 Prozent. Die Gesamtzahl der Erwerbslosen lag nach diesem Konzept bei 4,06 Millionen und damit 270.000 unter dem Stand von April.

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