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Arbeitslos in den Sommerferien : Das Lehrer-Problem der grünen Landesregierung

  • Aktualisiert am

Saisonale Lehrerarbeitslosigkeit in Baden-Württemberg Bild: F.A.Z.

Lehrer als Saisonarbeiter? Baden-Württemberg wirft mehr befristet beschäftigte Pädagogen vor Beginn der Sommerferien raus als andere Länder. Dabei hatte Grün-Rot versprochen, das zu ändern.

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          Das Land Baden-Württemberg behält auch unter Grün-Rot die Praxis bei, hunderte befristet angestellte Lehrer während der Sommerferien auf die Straße zu setzen.

          Der sprunghafe Anstieg der Lehrerarbeitslosigkeit im Sommer fällt bereits mehrere Jahre auf.   Die Arbeitslosigkeit von nicht-verbeamteten Lehrern steigt in den Sommerferien zwar auch in anderen Bundesländern - bundesweit waren im vergangenen Jahr 5400 Lehrer betroffen - aber knapp ein Drittel des bundesdeutschen Effektes lässt sich auf Baden-Württemberg zurückführen, heißt es in einer Analyse der Bundesagentur für Arbeit.

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          In den Monaten August und September waren 2012 im Südwesten etwa 1600 Lehrer mehr arbeitslos gemeldet als im Jahresdurchschnitt. Damit kletterte die Zahl der arbeitslosen Lehrer um 1400 Prozent. Das Kultusministerium des Landes erklärte am Montag in Stuttgart, es gebe keine Pläne diese Praxis zu ändern. Die Lehrergewerkschaft GEW warf Grün-Rot vor, damit ein Versprechen zu brechen.

          Lehrergewerkschaft: „Bei uns herrscht große Enttäuschung“

          Nach einer Schätzung der Gewerkschaft werden in diesem Jahr wieder rund 2000 Lehrer betroffen sein. Zumeist seien dies Lehrer, die kranke Kollegen oder solche in Elternzeit vertreten. Das Land spart durch diese Praxis für sechseinhalb Wochen das Gehalt für die Pädagogen. Die befristet beschäftigten Lehrer müssen dann Arbeitslosengeld I oder - wegen nicht ausreichender Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung - kurzzeitig Hartz IV beantragen.

          Eine Sprecherin des Kultusministeriums erklärte, in den Sommerferien gebe es keinen Vertretungsgrund. Wie alle anderen Lehramtsbewerber könnten sich aber auch die befristet Beschäftigten zum neuen Schuljahr auf eine unbefristete Stelle bewerben.

          Die GEW ist enttäuscht von der Koalition: „Grün-Rot hat hier in Oppositionsjahren Versprechungen gemacht und Erwartungen geweckt, gegen dieses Praxis vorzugehen“, sagt Sprecher Matthias Schneider. Diese seien mit Verweis auf die enge finanzielle Haushaltslage aber nicht erfüllt worden. „Bei uns herrscht nun große Enttäuschung und Frustration. Lehrer haben aufgrund ihres stressigen Berufs Ferien verdient.“

          Frühere CDU-geführte Landesregierung hat es ähnlich gehandhabt

          Der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl erklärte, die Spitzenposition des Landes in der Statistik sei „eine Schande“ - obwohl die frühere CDU-geführten Landesregierung das ähnlich gehandhabt hat. „Gute Schule braucht engagierte und vor allem auch motivierte Lehrerinnen und Lehrer. Personalpolitik nach dem Motto „Hire and Fire“ trägt ganz bestimmt nicht zu einer besonders hohen Motivation bei.“ Die Lehrer seien „auch hier bitter enttäuscht“ von Grün-Rot.

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