https://www.faz.net/-gqe-7ux94

Gehaltsgefüge : Arbeitgeberpräsident gegen gleiche Löhne in Ost und West

  • Aktualisiert am

Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) Bild: dpa

Der Präsident der Arbeitgeberverbände hat sich gegen gleiche Löhne in Ost- und Westdeutschland ausgesprochen. Dies würde die Beschäftigung belasten, warnte Kramer. Es sei ohnehin kein Ost-West-Thema.

          1 Min.

          Auch 25 Jahre nach dem Fall der Mauer ist nach Ansicht der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) nicht die Zeit für eine vollständige Angleichung der Löhne in Ost und West gekommen. „Jede Vereinheitlichung von Löhnen würde zu Lasten der Beschäftigung gehen“, sagte BDA-Präsident Ingo Kramer der „Berliner Zeitung“ (Freitagsausgabe). Er verwies darauf, dass dies nicht allein ein Ost-West-Thema sei. Es gebe viele regionale Unterschiede in den Tarifverträgen, sagte Kramer. Künftig werde es eher mehr als weniger Differenzierungen geben.

          Der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, fordert dagegen eine Angleichung der tariflichen Löhne und Arbeitszeiten in Ost und West. Um das Lohngefälle zu verringern, müsse auch die Flucht aus den Tarifverträgen bekämpft werden. Bsirske rief die Beschäftigten in Ostdeutschland auf, sich gewerkschaftlich zu organisieren und ihre Interessen „notfalls mit Streiks durchzusetzen“.

          Der mittlere Stundenlohn in Ostdeutschland habe zuletzt bei 77 Prozent des Westniveaus gelegen, heißt es in dem Bericht der „Berliner Zeitung“ unter Berufung auf eine Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

                        Zuhause bedrängt:  Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping

          Vor Haus von Petra Köpping : Aufmarsch mit brennenden Fackeln

          In Sachsen belagern zwei Dutzend radikale Maßnahmen-Gegner das Privathaus von Gesundheitsministerin Petra Köpping. Der Verfassungsschutz beobachtet die „Querdenker“-Szene im Land zunehmend mit Sorge.
          Damals, im April, die erste Sitzung des Ausschusses im Großen Festsaal im Rathaus von Hamburg

          Cum-ex-Affäre : Staatsanwältin kritisiert Hamburger Behörden

          Im Untersuchungsausschuss zur Cum-ex-Affäre zeigt eine Staatsanwältin wenig Verständnis für das Verhalten der Hamburger Behörden. Eine Frage wird immer dringlicher: Gab es eine politische Einflussnahme?
          Bild der Geschlossenheit: Auch die unterlegenen Präsidentschaftsanwärter versammeln sich nach der Vorwahl der bürgerlichen Rechten um die Siegerin Valérie Pécresse.

          Pécresse tritt gegen Macron an : Eine Präsidentin für Frankreich?

          Zum ersten Mal zieht die bürgerliche Rechte mit einer Frau in den französischen Präsidentenwahlkampf. Valérie Pécresse, die als Vorbilder Angela Merkel und Margaret Thatcher nennt, ist oft unterschätzt worden.