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Angela Merkel : Klimapflege

  • -Aktualisiert am

Bild: reuters

Die Kanzlerin sagt ihren Besuch beim Klimagipfel ab und geht stattdessen zum „Tag der Industrie“. Die Grünen sind empört. Doch Angela Merkel muss dringend auf die Industrie zugehen, dort hat sich Ärger angestaut.

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          Auch die Bundeskanzlerin kann sich nicht zweiteilen. Sie hat der Pflege des Klimas zwischen Wirtschaft und Regierung am Dienstag den Vorzug gegeben vor der Pflege des Weltklimas in New York. Dass die Grünen dies empört zum Thema machen, wird Angela Merkel nur recht sein. So erfährt die Öffentlichkeit, wo Merkels Prioritäten jetzt liegen.

          Mit ihrem Besuch beim „Tag der Industrie“ macht sie – im Wortsinn – Schritte auf die Wirtschaft zu, die unter dieser schwarz-roten Koalition viel zu schlucken hat: Mindestlohn, höhere Kosten für Renten und Pflege, das Wirrwarr der Energiepolitik und die Russland-Sanktionen. Industriepräsident Ulrich Grillo hat nur angetippt, welcher Ärger sich aufstaut. Diese Wirtschaftspolitik wirke „nicht unbedingt vertrauensstärkend“, sagte er. Einen Fahrplan für die Entwicklung des Standorts gebe es nicht.

          Anzubieten hatte die Kanzlerin aber bloß Dank für die Unterstützung der Sanktionspolitik. Ihr Wirtschaftsminister operierte mit Schlagworten. Sigmar Gabriel will eine Offensive für die Akzeptanz von Infrastruktur und die Leistungen der Industriegesellschaft starten. Im Klartext: Eine große Hilfe für die Unternehmen wird diese große Koalition nicht mehr.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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