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Angela Merkel im Wirtschaftsrat : Europa-Rätsel

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In ihrer Rede vor dem Wirtschaftsrat meidet Angela Merkel Festlegungen. Soll doch das Publikum raten, wohin die Europa-Reise mit dieser Kanzlerin führt.

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          Pflicht treibt die Bundeskanzlerin zum Wirtschaftsrat der CDU. Das Verhältnis zwischen Angela Merkel und dem Verband, der ihrer Partei nahesteht, ist kühl. Die vom ehemaligen CDU-Europaabgeordneten und Daimler-Vorstand Kurt Lauk geführten Wirtschaftsvertreter machen keinen Hehl daraus, dass sie mit den großen Linien Merkelscher Politik Schwierigkeiten haben.

          Heftig verübelt man ihr den überstürzten Ausstieg aus der Kernenergie. Und der Respekt, den man Merkel ob der Handhabung der Euro-Krise bislang noch zollt, weicht langsam dem Zweifel, wo die Kanzlerin wirklich steht. Stemmt sie sich tatsächlich gegen die Vergemeinschaftung der Schulden im Euroraum, wie sie auf dem Wirtschaftstag beteuerte? Oder bereitet sie im Hintergrund doch schon die Transfergemeinschaft vor? Es wäre nicht Merkels erste Wende.

          In ihrer knappen Rede jedenfalls mied sie, bis auf die Absage an Eurobonds, Festlegungen und flüchtete in Andeutungen. Man könne sich nicht „an Dingen“ beteiligen, die in ein noch „schlimmeres Desaster“ führten. Und: „Wir stehen am Scheideweg.“ Sprach’s und rauschte ab. Soll das beunruhigte Publikum doch raten, wohin die Europa-Reise mit dieser Kanzlerin führt.

          Heike Göbel
          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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