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Schwellenländer : Merkel fordert Verlässlichkeit von Brasilien

Merkel trifft die brasilianische Präsidentin Rousseff Bild: dpa

Bundeskanzlerin Merkel hat sich in Brasilien für offenen Handel mit Südamerika stark gemacht. Kritik übte Merkel an den Investitionsbedingungen in dem kriselnden Land.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei den ersten deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen in Brasília verlässliche Investitionsbedingungen gefordert. Der Handel zwischen den beiden größten Volkswirtschaften Lateinamerikas und Europas sowie die deutschen Investitionen in Brasilien könnten weiter wachsen, sagte Merkel in der brasilianischen Hauptstadt. „Die deutschen Unternehmen sind dann auch bereit, noch mehr in Brasilien zu investieren“, sagte Merkel.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Die Bundeskanzlerin kam am Donnerstagmorgen mit Vertretern deutscher Unternehmen zusammen. Von der Rezession in Brasilien sind auch die im Land vertretenen deutschen Unternehmen betroffen, vor allem die deutschen Automobilkonzerne, die 2015 im Vergleich zum Vorjahr Absatzeinbrüche von mehr als 20 Prozent hinnehmen mussten.

          Hilfspaket für leidende Autoindustrie

          Die brasilianische Regierung hatte vor dem Merkel-Besuch ein Hilfspaket für die notleidende Automobilindustrie des Landes mit einem Umfang von umgerechnet rund 805 Millionen Euro vorgelegt. Von dem Paket profitieren auch deutsche Autohersteller wie Volkswagen, Audi, Mercedes und BMW, die alle in Brasilien Produktionsstätten betreiben und gerade in den vergangenen Jahren abermals Milliarden investiert haben.

          Im Mittelpunkt der Konsultationen standen neben den Wirtschaftsbeziehungen der Klima- und Umweltschutz sowie die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung. Die Kanzlerin hob die Bedeutung Brasiliens in den globalen Anstrengungen zur Reduzierung von Treibhausgasen und zum Schutz der Wälder hervor.

          Eine Verpflichtung Brasiliens zu einer signifikanten Reduzierung der Emissionen vor der Klimakonferenz im Dezember in Paris hätte nach Überzeugung der Bundesregierung eine Signalwirkung für lateinamerikanische Staaten und andere Schwellenländer. Ein nationales Ziel zur Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen wolle Brasilien aber erst im September vorlegen, sagte Merkel.

          Die Kanzlerin hieß das Bemühen der brasilianischen Regierung gut, die stockenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur voranzutreiben. Dabei sei es wünschenswert, dass einzelne Staaten der beiden Staatenbündnisse in unterschiedlichen Geschwindigkeiten den Weg zum freien Austausch von Waren und Dienstleistungen beschritten.

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