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Amerikanische Banken : Millionen-Boni teils größer als Gewinn

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Andrew Cuomo: der New Yorker Generalstaatsanwalt

Andrew Cuomo: der New Yorker Generalstaatsanwalt Bild: REUTERS

Hohe Boni an Bank-Manager trotz Milliardenhilfe vom Staat sorgen in den Vereinigten Staaten für Empörung. Die Banken würden in guten wie in schlechten Zeiten hohe Boni zahlen, kritisierte der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo scharf in einer neuen Untersuchung.

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          Milliardenschwere Staatshilfen einerseits, üppige Bonuszahlungen andererseits: Ausgerechnet einige vom Steuerzahler massiv gestützte amerikanische Banken haben im vergangenen Jahr teils weit höhere Boni ausgeschüttet, als ihre Gewinne ausfielen.

          So bekamen neun der größten amerikanischen Institute zusammen 175 Milliarden Dollar (123 Mrd Euro) Finanzspritzen und schütteten zugleich 32,6 Milliarden Dollar an Prämien aus. Bei sechs der Banken überstiegen die Boni den Gewinn, teils flossen die Milliardensummen sogar trotz enormer Verluste. Insgesamt fast 5000 Banker bekamen jeweils mehr als eine Million Dollar.

          Die Banken würden in guten wie in schlechten Zeiten hohe Boni zahlen, kritisierte der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo scharf in einer am Donnerstag präsentierten Untersuchung (den Cuomo-Bericht im Internet finden Sie hier). „Es hat weder Hand noch Fuß, wie die Banken ihre Mitarbeiter entlohnen.“ Die neun überprüften Häuser hatten von der amerikanischen Regierung als erste Geld aus dem TARP-Bankenrettungsprogramm bekommen. Nicht einmal ein Drittel davon ist bislang zurückgezahlt.

          Sonderbeauftragter von Obama soll Bonuszahlungen überwachen

          Die politische Debatte um die Vergütungen der Branche läuft in den Verinigten Staaten auf Hochtouren. Cuomos Bericht dürfte sie laut amerikanischen Medien weiter anheizen. Ein Sonderbeauftragter von Präsident Barack Obama soll Bonuszahlungen bei den vom Staat unterstützten Instituten überwachen. Das Abgeordnetenhaus berät Gesetze, die den Aktionären und der Bankenaufsicht mehr Mitsprache bei Boni geben sollen.

          Ausgerechnet die zu den größten Verlierern der Krise zählende Citigroup etwa schüttete 2008 mehr als 5,3 Milliarden Dollar an Boni aus. Und das bei einem Jahresverlust von 27,7 Milliarden Dollar. 738 Citi-Banker nahmen jeweils mehr als eine Millionen Dollar mit nach Hause. Dabei hatte die Bank 45 Milliarden Dollar Finanzspritzen erhalten, die Staat ist dafür nun mit 34 Prozent größter Aktionär.

          Goldman Sachs zeigt sich besonders großzügig

          Den rein rechnerisch höchsten Bonus je Mitarbeiter zahlte ein weiteres Mal Wall-Street-Legende Goldman Sachs. Die Investmentbank schüttete im Schnitt mehr als 160.000 Dollar aus. Die insgesamt 4,8 Milliarden Dollar an Prämien waren mehr als doppelt so hoch wie der Jahresgewinn der Bank. Die Bonuszahlungen für Händler, Banker und Manager an der Wall Street können traditionell ein Vielfaches der Grundgehälter ausmachen.

          Der wohl drastischste Fall für Obamas neuen Bonus-Beauftragten Kenneth Feinberg: Kaum vorstellbare 100 Millionen Dollar soll der Chef der Energie- und Rohstoff-Handelssparte der Citigroup, Andrew Hall, Berichten zufolge für 2008 bekommen. Das Mega-Gehalt beschäftigt die Gemüter seit Tagen. Der bereits früher reichlich entlohnte Star-Händler und Kunstsammler besitzt unter anderem auch das niedersächsische Schloss Derneburg im Landkreis Hildesheim.

          „Als die Banken gut abschnitten, bezahlten sie ihre Beschäftigten gut“, so Cuomos Behörde. „Und als die Banken miserabel abschnitten, wurden sie vom Steuerzahler gerettet - und die Beschäftigten wurden weiter gut bezahlt.“

          Der prominente Strafverfolger im Bundesstaat New York hat sich den Kampf gegen missbräuchliche Praktiken an der Wall Street seit langem demonstrativ auf die Fahnen geschrieben. Cuomos Amt gilt auch als politisches Sprungbrett.

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