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Amerika : Notenbankchefin hält höhere Zinsen für möglich

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Janet Yellen ist die mächtigste Notenbankerin der Welt. Bild: AFP

Im Mai sind in Amerika viel weniger neue Arbeitsplätze entstanden als gedacht. Notenbankchefin Yellen erklärt beschwichtigend, dass die Zinsen dennoch steigen könnten.

          Der amerikanische Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag hat viele Marktbeobachter erschrocken: Viel weniger Stellen als gedacht sind in der größten Volkswirtschaft der Welt entstanden, außerdem sind die Zahlen für April nach unten revidiert worden. Und das in einem Umfeld, in dem sich gerade die Anleger langsam auf eine weitere Zinsanhebung durch die amerikanische Notenbank Federal Reserve womöglich im Juni oder vielleicht im Juli eingestellt hatten.

          Seit Freitag ist die Erwartung dahingehend viel niedriger. Dass die Notenbank-Spitze um die Chefin Janet Yellen schon im Juni, bevor die Briten beispielsweise über ihre Mitgliedschaft in der EU abgestimmt haben, die Zinsen anheben, gilt vielen nun als nahezu ausgeschlossen.

          Ein Schritt im September?

          Umso genauer haben Ökonomen rund um den Globus darum nun hingehört, was Yellen während eines Auftritts in Philadelphia sagen würde. Sie ließ – grob gesagt – zumindest die Option auf einen Zinsschritt in nächster Zeit offen (zum Original-Redetext geht es hier entlang). Die positiven Aspekte des Wirtschaftsausblicks überlagerten die negativen Seiten, so die mächtigste Notenbankerin der Welt. Sie, Yellen, gehe davon aus, dass die Wirtschaft weiter moderat wachse und sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbessere.

          Die Mai-Daten seien zwar enttäuschend ausgefallen, doch dürfe man einem einzelnen Bericht nicht zu große Bedeutung beimessen, erklärte Yellen. Falls die Wirtschaft wie erhofft anziehe, seien schrittweise Anhebungen der Zinsen angemessen.

          Händler an den Finanzmärkten halten derzeit eine Zinserhöhung im September für wahrscheinlich, der jedoch in diesem Jahr wohl kein weiterer Schritt folgen werde. Der amerikanische Leitzins liegt zurzeit in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Die Notenbank hatte ihn im vergangenen Dezember auf dieses Niveau erhöht und damit zum ersten Mal seit rund zehn Jahren und seit Ausbruch der Finanzkrise die Zinsen angehoben.

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