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Altersvorsorge : Das britische Rentenelend

  • -Aktualisiert am

In Deutschland wollen Union und SPD altgediente Arbeitnehmer mit der „Rente mit 63“ beglücken. Großbritannien setzt das Ruhestands-Alter hingegen hinauf. Eine Warnung.

          Während in Berlin Union und SPD altgediente Arbeitnehmer mit der Aussicht auf die „Rente mit 63“ beglücken, setzt die Regierung in London den Bürgern schwere Kost vor: Wer heute im mittleren Lebensalter oder jünger ist, der muss sich darauf einstellen, bis zum Alter von 69 Jahren zu arbeiten.

          Die Demographie gibt den Briten Recht. Die Lebenserwartung steigt und wenn die Rentenbeiträge nicht kontinuierlich mit steigen sollen, muss auch die Lebensarbeitszeit länger werden.

          Aus deutscher Sicht ist Großbritannien aber auch ein warnendes Beispiel: Auf der Insel tickt in der Altersvorsorge eine Zeitbombe. Die Briten legen viel zu wenig für ihren Lebensabend zurück. Die beitragsfinanzierte staatliche Basisrente, welche die Bürger nun später bekommen sollen, sieht nur einen Pauschalbetrag von rund 520 Euro im Monat vor, die private Altersvorsorge vieler Briten ist lückenhaft.

          Studien zufolge rutscht dieses Jahr jeder fünfte Arbeitnehmer, der sich zur Ruhe setzt, unter die gesetzliche Armutsschwelle. Was das tatsächliche Renteneintrittsalter angeht, ist die Realität der Politik längst voraus: Die Mehrheit der Briten kann es sich schon heute nicht leisten, mit 65 die Beine hochzulegen.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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