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Alterseinkommen : Zusätzliche Rentenerhöhung um 1,3 Prozent möglich

  • Aktualisiert am

Auch die Rentner haben etwas von der Beitragssatzsenkung Bild: dapd

Anfang 2013 soll der Rentenbeitragssatz von 19,6 auf 18,9 Prozent sinken - alleine dadurch könnte die Rente selbst steigen. Sicher ist das aber nicht.

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          Es stimmt: Die Höhe des Rentenbeitragssatzes wirkt sich auch immer auf die Renten selbst aus. Und zwar indirekt. Sinkt der Beitragssatz, dann erhöht das die Renten. Steigt der Beitragssatz, bremst das die Rentenanpassung. Dafür sorgt die Rentenformel, mit der auf komplizierte Weise alljährlich die Rentenerhöhungen berechnet werden - und in die auch der Beitragssatz mit eingeht. Wenn die Beschäftigten bei einer Beitragssatz-Senkung mehr Netto vom Brutto haben, wirkt sich das rentenanpassungssteigernd aus, und umgekehrt.

          Deswegen könnte durchaus sein, dass die Renten selbst alleine dadurch in den kommenden beiden Jahren zusätzlich zulegen. Von 1,3 Prozent könne man laut Rentenversicherung ausgehen, berichtet die Bild-Zeitung. Wird der Beitragssatz also Anfang 2013 - wie von Union und FDP vorgesehen - von 19,6 auf 18,9 Prozent zurückgenommen, führt das im Jahr 2014 zu einer um 0,9 Prozent höheren Rentenanpassung. Die Beitragssatzsenkung zu Jahresbeginn 2012 von 19,9 auf 19,6 Prozent wirkt sich 2013 mit plus 0,4 Prozent positiv aus.

          Zusätzlicher Abschlag in Westdeutschland

          Noch keine Aussage lässt dies aber über die tatsächliche Rentenerhöhung zum 1. Juli 2013 zu: Denn die positive Wirkung der Beitragssatzsenkung wird durch andere Faktoren der Rentenformel wieder kompensiert - möglicherweise ganz oder zumindest teilweise.

          So steht fest, dass der Riester-Faktor die nächste Rentenanpassung
          in jedem Fall um 0,64 Prozentpunkte dämpfen wird. Und in Westdeutschland gibt es noch einen zusätzlichen Abschlag von rund 0,7 Prozentpunkten. Damit wird die im Jahr 2010 unterbliebene
          Rentenkürzung nachgeholt. Gerechnet werden kann erst, wenn die
          Entwicklung von Löhnen und Beschäftigung 2012 fest steht: Was unter dem Strich dabei genau herauskommt, wird man frühestens im März 2013 wissen.


          Außerdem könnte sich zumindest für einen Teil der Rentner, die vergleichsweise niedrige Bezüge bekommen, noch etwas ändern. In der Koalition wird diskutiert, die Renten langjährig Versicherter aufzuwerten, wenn diese Vollzeit gearbeitet und trotzdem nur wenig bekommen würden. Am 4. November wollen sich Union und FDP auf ein entsprechendes Paket einigen.

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