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AfD-Parteitag in Erfurt : Schlappe für Bernd Lucke

  • -Aktualisiert am

„Ich habe vielleicht ein Scharmützel verloren, aber keine Schlacht“: AfD-Sprecher Bernd Lucke Bild: dpa

Auf dem Parteitag der AfD in Erfurt straft die Basis die Parteiführung ab. Parteisprecher Lucke scheitert mit einer heftig umstrittenen Satzungsänderung, die ihm mehr Macht verschaffen sollte.

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          Der Wahlparteitag der Euro-kritischen AfD beginnt mit Gezänk um die Geschäftsordnung und technischen Schwierigkeiten. Nach über einer Stunde gelang es den in Erfurt zusammengekommenen rund 1000 Mitgliedern erst, zumindest einen amtierenden Versammlungsleiter zu wählen, um mit weiteren Wahlen und der inhaltlichen Diskussion zu beginnen. In zahllosen Geschäftsordnungsanträgen und Nachfragen etwa zu den elektronischen Abstimmungsgeräten kam ein Misstrauen gegen den Parteisprecher Bernd Lucke zum Ausdruck, der faktisch als Parteivorsitzender agiert. Dabei ging es auch um die Frage, ob die Abstimmung geheim oder mit Hilfe von Stimmkarten durchgeführt werden soll.

          Vor dem Parteitag schwelte ein Machtkampf um die Frage, ob Lucke durch eine Satzungsänderung formell zum alleinigen Parteivorsitzenden gewählt werden soll – formal ist er nur einer von drei gleichberechtigten Sprechern. Diese Satzungsänderung ist nun aber vorerst vom Tisch. Nach langer und hitziger Debatte strichen die rund 1.000 Mitglieder diesen Punkt von ihrer Tagesordnung.

          Lucke und die anderen Vertreter der Parteiführung fanden jedoch durchgängig den Applaus einer klaren Mehrheit im Saal. Sein Ko-Sprecher Konrad Adam hatte zuvor in einem kurzen Grußwort eindringlich an die Anwesenden zu Kompromissbereitschaft gemahnt.

          Umstrittene Satzungsänderung vorerst vom Tisch

          Auf dem Parteitag soll ein Programm für die Europawahl am 25. Mai verabschiedet werden. Die Parteispitze appellierte bereits im  Vorfeld an die Delegierten, auf dem Parteitag ein „Zeichen der  Geschlossenheit“ zu setzen.

          Vor der Messehalle protestierten rund 50 Gegner der AfD. Sie begrüßten die Teilnehmer der Versammlung mit einem Pfeifkonzert. Unter anderem waren Plakate mit der Aufschrift „Gebt der AfD die Reichsmark zurück“ zu sehen. Zu Beginn des Parteitages wies AfD-Bundessprecher Konrad Adam den Vorwurf der Deutschtümelei zurück. Es müsse die Möglichkeit der freien Rede geben, fügte er hinzu.

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