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Äppler gerettet : Der Apfelwein darf wohl doch weiter Apfelwein heißen

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Wein - der muss nicht aus Trauben sein, so glaubt man in Hessen Bild: AP

Apfelwein soll nicht länger als Wein bezeichnet werden dürfen - so sieht es ein neuer EU-Entwurf vor. Hessische Politiker liefen öffentlichkeitswirksam Sturm dagegen. Jetzt scheint sich der Streit zu lösen - es handle sich nicht um Absicht, sondern um ein rein rechtstechnisches Problem.

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          Apfelwein und andere Fruchtweine dürfen auch nach der EU-Weinmarktreform wahrscheinlich noch Wein genannt werden. Die Proteste in Hessen gegen den Verordnungsentwurf, nach der nur noch Wein aus Trauben Wein heißen dürfte, zeigen damit in Brüssel Wirkung.

          Das Problem werde gelöst, hieß es von einem EU-Diplomaten am Montag. „Wir werden den Namen Apfelwein nicht verbieten. Es gibt keinen Grund, die Menschen zu verärgern.“ Auch ein Sprecher von EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer-Boel erklärte, die Kommission sei sich der Bedenken bewusst und arbeite an einer pragmatischen Lösung.

          Keine Absicht

          Im Entwurf für die neue Weinmarktordnung fehlt eine Formulierung, nach der auch alkoholische Getränke aus Obst als Wein bezeichnet werden dürfen. Doch sei dies keine Absicht gewesen, sondern ein rechtstechnisches Problem, sagte der Sprecher. Die Kommission habe die Definition von Wein nur an die internationale Gepflogenheit anpassen wollen.

          In Hessen löste das rechtstechnische Problem vergangene Woche eine Welle der Empörung aus. Alle Parteien im Landtag und auch der Verband der hessischen Apfelweinkeltereien protestierten dagegen, dass die EU eine jahrhundertealte Tradition missachte (siehe dazu auch: EU plant: Apfelwein darf nicht mehr Apfelwein heißen).

          Deutschland und auch andere EU-Länder hätten schon früher auf die Regelungslücke aufmerksam gemacht, sagte der Kommissionssprecher weiter. Fruchtwein sei zum Beispiel auch in Finnland, Polen und den baltischen EU-Ländern verbreitet. Der EU-Agrarministerrat werde sich mit dem Thema im Dezember beschäftigen.

          Die Reform ist in der EU noch höchst umstritten. So lehnen Deutschland und andere Länder mit kühlerem Klima das von Fischer-Boel geplante Verbot ab, Wein für einen höheren Alkoholgehalt mit Zucker zu versetzen.

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