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Access-Absolventenstudie : Studenten schätzen deutsche Unternehmen als Wunscharbeitgeber

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Deutsche Studenten schauen trotz der wirtschaftlich angespannten Lage positiv in die Zukunft. Zu diesem Fazit gelangt eine umfassende Studie des Kölner Recruiting Dienstleisters Access.

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          Deutsche Studenten schauen trotz der wirtschaftlich angespannten Lage positiv in die Zukunft. Zu diesem Fazit gelangt eine umfassende Studie des Kölner Recruiting Dienstleisters Access. Für die Absolventenstudie wurden rund 5000 kurz vor ihrem Studienabschluß stehende Studenten der Fachrichtungen Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Maschinenbau und Elektrotechnik zu ihren beruflichen Bedürfnissen und Wünschen befragt.

          So glauben etwa 48 Prozent der befragten Studenten aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, daß sie einen Job finden werden, der genau ihren Vorstellungen entspricht. Access-Berater Axel Keulertz, der die Studie bereits zum sechsten Mal durchgeführt hat, sieht für diesen Optimismus allerdings keine Grundlage: "Bei den Wirtschaftswissenschaftlern zeigt sich besonders deutlich das Phänomen der verzögerten Wahrnehmung einer Situation, solange man selber nicht davon betroffen ist." Mit den ersten negativen Rückmeldungen auf konkrete Bewerbungen werde eine deutlich gedämpfte Euphorie einhergehen, befürchtet der Recruiting-Fachmann. "Während Ingenieure und Informatiker zumindest mittelfristig damit rechnen können, daß der "War for Talents" für sie weitergeht, kann die positive Bedarfsentwicklung für die Wirtschaftswissenschaftler nicht so eindeutig prognostiziert werden", gibt Keulertz zu bedenken.

          Kompromisse bei der Jobsuche

          Für Ingenieure und Informatiker rechnen Fachleute angesichts der Absolventenzahlen vor allem mittelfristig mit einer deutlichen Unterdeckung. Derzeit sei es jedoch noch so, erläutert Axel Keulertz, daß Informatikstudenten "gnadenlos Kompromisse eingehen müssen, um überhaupt einen Job zu bekommen". Allerdings hatten bereits ein Drittel der Informatikstudenten zum Zeitpunkt der Befragung eine Stelle in Aussicht. In den allermeisten Fällen ergab sich dies durch direkte Kontakte mit Unternehmen, hauptsächlich durch Praktika (21 Prozent) und Diplomarbeitsprojekte (16 Prozent). Auch die Wirtschaftswissenschaftler hatten zu einem knappen Drittel bereits einen Job in Aussicht, während bei den Maschinenbau- und Elektrotechnik-Absolventen sogar ein Viertel mit einer Stelle rechnen.

          Diejenigen Studenten, die noch keine Stelle in Aussicht hatten, planen, mit einem Maßnahmenbündel auf dem Arbeitsmarkt aktiv zu werden: Initiativbewerbungen wollen beispielsweise 79 Prozent der Absolventen schreiben; auf Stellenanzeigen im Internet wollen 76 Prozent antworten. 72 Prozent setzen auf Stellenanzeigen in den Printmedien. Etwa 73 Prozent versprechen sich zudem Erfolge auf dem Arbeitsmarkt durch den Einsatz privater Kontakte, 62 Prozent wollen sich in eine Jobdatenbank eintragen und 51 Prozent beim Arbeitsamt informieren. Messekontakte wollen 56 Prozent der Befragten nutzen, Kontakte zum Professor halten 51 Prozent für hilfreich.

          Mit großem Vorsprung (41 Prozent) nutzen die befragten Studenten des Maschinenbaus, der Elektrotechnik, der Wirtschaftswissenschaften und der Informatik die Frankfurter Allgemeine Zeitung zur Karriereinformation. An zweiter Stelle rangieren mit 29 Prozent regionale Tageszeitungen. Auf dem dritten Platz findet sich mit 28 Prozent der F.A.Z Hochschulanzeiger. Etwa 26 Prozent der befragten Studenten nutzt die "Handelsblatt"-Publikation "Junge Karriere" zur Karriereinformation; 19 Prozent lesen dazu die "Süddeutsche Zeitung", 15 Prozent das "Handelsblatt" und 12 Prozent "Die Welt". Die Wochenzeitschriften "Der Spiegel" und "Die Zeit" wurden von zwölf beziehungsweise 11 Prozent der Befagten genannt, "Wirtschaftswoche" und "Focus" von elf beziehungsweise zehn Prozent. Unter den Tageszeitungen rangiert die "Fiancial Times Deutschland" mit sieben Prozent auf den hinteren Rängen.

          Mit Praktika Kontakte knüpfen

          Ein Praktikum stellt noch immer die wichtigste Möglichkeit dar, ein Unternehmen kennenzulernen. 82 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler absolvierten nach der Access-Umfrage während ihres Studiums ein Praktikum, bei den Informatikern waren es 68 Prozent, bei den Maschinenbauern 86 Prozent und bei den Elektrotechnikern 78 Prozent. Zwei Drittel der befragten Wirtschaftswissenschaftler und Informatiker sind der Ansicht, daß "Unternehmen, wenn sie gute Mitarbeiter wollen, sich lange vor dem Examenstermin für Stduenten interessieren und engagieren müssen". Bei den Maschinenbauern und den Elektrotechnikern sind sogar drei Viertel dieser Meinung.

          Ansprüche sind gestiegen

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