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Abhörschutz und Verschlüsselung : Mit Sicherheit Geld verdienen

Ein (angeblich) abhörsicheres Blackberry am Stand von Secusmart auf der Cebit. Bild: dpa

Nicht nur Politiker, auch Unternehmer fürchten Lauschangriffe der Amerikaner. Abhörschutz-Spezialisten und E-Mail-Dienste versuchen, von den Skandalen zu profitieren.

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          United-Internet-Chef Ralph Dommermuth ahnte schnell, dass die NSA ihm nützlich sein könnte. Kurz nach Bekanntwerden der Snowden-Enthüllungen rund um den amerikanischen Geheimdienst rief er seinen alten Freund René Obermann an. Seine Idee: Wie wäre es, in der wogenden Debatte um unsichere amerikanische Mail-Anbieter die besonders sichere Mail auszurufen? Am selben Tag noch sagte der Chef der Deutschen Telekom zu – und bald starten die beiden die Initiative „E-Mail made in Germany“. Neben den United-Internet-Marken Web.de und GMX sowie dem T-Online-Dienst hat sich inzwischen auch Freenet angeschlossen. Man biete den Kunden einen hohen Sicherheits- und Datenschutzstandard, versprechen die Anbieter.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Lassen sich die Kunden von Microsoft, Google oder Yahoo davon überzeugen, auf deutsche Anbieter umzusteigen? „Ich glaube: ja, das ist ein Thema, das die Leute wirklich interessiert“, sagte Dommermuth der F.A.Z. im August, und inzwischen scheint sich die Ahnung zu bewahrheiten. „Der Zuspruch der Neuanmeldungen hat zugenommen“, heißt es bei United Internet. Die Initiative habe sich gelohnt – schon deshalb, weil die Wahrnehmung des Unternehmens mittelbar gestiegen sei.

          Unmittelbare Profiteure des wachsenden Sicherheitsdenkens sind Unternehmen wie Secusmart. Die in Düsseldorf ansässige GmbH ist nach eigener Einschätzung „führender Experte auf dem Gebiet der hochsicheren Sprach- und Datenkommunikation via Smartphone und Festnetz“. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als Abhörschutz-Spezialist: Man entwickele kundenspezifische Lösungen gegen Lauschangriffe für große und mittelständische Unternehmen sowie Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Im Anschluss an die vor kurzem beendete Nürnberger Sicherheitsmesse it-sa zog das Unternehmen ein äußerst positives Fazit. Vor allem an der Hochsicherheitslösung „Secusuite for Blackberry 10“ („auch bekannt als Merkel-Phone“) habe großes Interesse bestanden. Die Lösung verbinde modernen Smartphone-Komfort mit dem Abhörschutz der gesamten mobilen Kommunikation. Erstmals würden Sprache, SMS, E-Mails und persönliche Informationen auf nur einem handelsüblichen Gerät vor Spionageattacken schützt. Das Produkt hat eine vorläufige Zulassung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik für die Geheimhaltungsstufe VS-NfD (Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch) erhalten.

          Seit dieser Zulassung gebe es täglich neue Kaufinteressenten, berichtet die Sicherheitsfirma. Demnach nutzen inzwischen insgesamt 23 Behörden die Secusuite; dies beinhalte Bestellungen von mehr als 1200 Geräten. „Der Bund hatte ja definitiv die Vorreiterrolle übernommen, wenn es darum geht, sich gegen Lauschangriffe zu schützen. Aber unsere aktuellen Beobachtungen machen klar: Mehr und mehr folgen Industrie und Wirtschaft diesem Vorbild“, erläuterte Geschäftsführer Hans-Christoph Quelle.

          Im Falle des belauschten Merkel-Handys gab es zuletzt Entwarnung für das Unternehmen, halbwegs zumindest. Die Kanzlerin soll jede Menge Telefonate über ein privates Handy führen, und es soll sich um ein inzwischen veraltetes Nokia-Schiebehandy handeln. „Was sie mag, sind einfache Sachen“, heißt es aus Quellen, die der Kanzlerin nahestehen. Auf „langsam“ stehe sie nicht. Ob das die NSA ausgenutzt hat? Wer weiß.

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