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6 Milliarden Euro : Flughafen BER soll eine Milliarde mehr kosten

  • Aktualisiert am

Hier kann’s noch voller werden: Das Terminal des neuen Flughafens. Bild: dpa

Der Berliner Flughafen wird offenbar eine weitere Milliarde Euro mehr kosten. Allein 240 Millionen Euro fallen an, weil die Baustelle länger gesichert werden muss.

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          Der Flughafen Berlin-Brandenburg könnte noch mal um eine Milliarde Euro teurer werden. Vor der nächsten Sitzung des Untersuchungsausschusses zitiert die „Bild“-Zeitung aus einem Bericht des Projektsteuerers, die Flughafengesellschaft brauche „eine kaufmännische Vorsorge über 1,1 Milliarden Euro“. Damit würden die Gesamtkosten inklusive Investitionen anderer Beteiligter auf 5,7 Milliarden Euro steigen.

          Von dem zusätzlichen Geld sollen 290 Millionen Euro auf einen besseren Schallschutz entfallen, 240 Millionen Euro soll die längere Sicherung der Baustelle kosten.

          Am Freitagvormittag vernimmt der Untersuchungsausschuss einen weiteren Aufsichtsrat. Der Verkehrsstaatssekretär des Bundes, Rainer Bomba (CDU), steht den Parlamentariern des Berliner Abgeordnetenhauses Rede und Antwort zu dem Debakel um geplatzte Eröffnungstermine und ausufernde Kosten. Der Bund ist neben Brandenburg und Berlin der Minderheitseigentümer am Flughafen.

          Der Grünen-Abgeordnete Andreas Otto kritisierte im Vorfeld die mangelnde Kontrolle des Milliardenprojekts durch Bomba und die übrigen politischen Vertreter, darunter der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Diese hätten das Vorhaben viel stärker beaufsichtigen müssen, spätestens nachdem 2010 ein erster Eröffnungstermin abgesagt worden war.

          Dass der Aufsichtsrat die Zügel nicht anzog, belegt aus Ottos Sicht ein Gutachten, dass der Untersuchungsausschuss in der vergangenen Woche mit Polizeihilfe bei Flughafen-Architekt Meinhard von Gerkan sicherstellte. Es macht deutlich, dass die Architekten in der Bauphase zwar zahlreiche Änderungswünsche erhielten, aber kaum mehr Zeit.

          „Vor diesem Hintergrund ist es umso skandalöser, dass die Gesellschafterversammlung jüngst den Regierenden Bürgermeister und die anderen Aufsichtsräte für 2011 und 2012 entlastet hat“, sagte Otto. „Das ist Krisenmanagement zur Selbstrettung.“ Die Aufklärung des Desasters und die Fertigstellung des Flughafens seien den Verantwortlichen vergleichsweise egal.

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