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Minus 40 Prozent : Russlands Wodka-Export bricht ein

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Diese Flasche hat es nach Deutschland geschafft. Insgesamt brach der russische Wodka-Export aber massiv ein. Bild: dpa

Die Russen haben so wenig Wodka exportiert wie seit Jahren nicht mehr. Das Ansehen des Landes sei wegen Krisen wie in Syrien schlechter geworden, sagt ein Experte.

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          Angesichts der Spannungen zwischen Moskau und dem Westen ist der Export des russischen Nationalgetränks Wodka im vergangenen Jahr um mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Russische Produzenten hätten 43,5 Millionen Liter des harten Alkohols für rund 112 Millionen Dollar (100 Millionen Euro) ins Ausland verkauft, berichtete die Zeitung „Kommersant“ an diesem Dienstag unter Berufung auf den Zoll. Die Werte sind demnach die niedrigsten seit Jahren.

          Der Marktexperte Wadim Drobis führte politische Gründe für den Verlust an. „Wegen der Ereignisse in der Ukraine und in Syrien hat sich Russlands Ansehen im Westen verschlechtert“, sagte er. Russland hatte im Jahr 2014 unter Protest der Regierung in Kiew und des Westens die ukrainische Halbinsel Krim annektiert und unterstützt zudem Moskau gegenüber treue Separatisten im Donbass. Der Ukraine-Konflikt hat die schwerste Krise zwischen Ost und West seit dem Ende des Kalten Krieges ausgelöst.

          Vor allem die Wodka-Lieferungen in die benachbarte Ukraine kamen dem Bericht zufolge fast zum Erliegen. Floss im Jahr 2013 noch Alkohol im Wert von fast 39 Millionen Dollar in die frühere Sowjetrepublik, brachte der Export hier 2015 nur noch 3,9 Millionen Dollar ein. Deutschland war mit rund 22 Millionen Dollar, was einem Minus von 15 Prozent entspricht, der zweitgrößte Abnehmer von russischem Hochprozentigem - dicht hinter Großbritannien, dessen Wodka-Import um 36 Prozent sank.

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