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300.000 Euro für Wahlkampf : Jetzt spricht Kretschmanns größter Spender

Wahlkampfauftakt in Stuttgart im Februar 2016: Zu Winfried Kretschmann bekennen sich auch Unternehmer, die eigentlich mit den Grünen nichts am Hut haben. Bild: dpa

Jochen Wermuth hat 300.000 Euro an die Grünen für deren Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg überwiesen. Zum ersten Mal. Gegenüber FAZ.NET erklärt er warum.

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          Jochen Wermuth ist überzeugter Anhänger der freien Marktwirtschaft und er hat noch nie einer Partei Geld gespendet. Jetzt aber hat er 300.000 Euro an die Grünen überwiesen, für ihren Wahlkampf in Baden-Württemberg.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          „Es ist entscheidend, dass die Grünen an der Regierung bleiben“, sagt Wermuth gegenüber FAZ.NET. Konkrete Wünsche verbindet er nicht mit seiner Spende: „Ich habe nicht mit den Grünen über Politik gesprochen und werde das auch nicht tun.“

          Wermuth ist aber sicher: Winfried Kretschmann, der vor fünf Jahren mit Glück Ministerpräsident in Baden-Württemberg geworden sei, sei einer der wenigen Politiker, der verstanden habe, dass gerade eine industrielle Revolution im Gange sei. „Wenn wir diese industrielle Revolution verschlafen, sind Daimler und Bosch und so weiter bedroht, eine Million Jobs in Deutschland.“

          Kretschmann sei die Bedeutung von Wirtschaft und Innovation bewusst. Ein Zeichen dafür sei die gemeinsame Klimaschutz-Initiative von Kretschmann und dem kalifornischen Gouverneur Jerry Brown aus dem vorigen Dezember, der sich mittlerweile schon 120 Regionen angeschlossen haben. „Kretschmann macht das hervorragend“, so Wermuth: „Er hat gezeigt, dass Nachhaltigkeit eine Renditemaschine ist und eine Jobmaschine.“

          Der 46 Jahre alte Investor, der als Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler für die Deutsche Bank in London und für die Weltbank in Moskau tätig war, hat im Jahr 1999 die Wermuth Asset Management gegründet, die sich auf Anlagen im Bereich Nachhaltigkeit spezialisiert hat. „Es ist heute ohne Subventionen möglich, umzusteigen“, sagt er – sowohl mit Blick auf die Energieversorgung wie auch auf die Mobilität.

          An vielen Stellen der Welt sei Strom aus erneuerbaren Energieträgern nicht nur wettbewerbsfähig, sondern deutlich preisgünstiger. Auch für Elektroautos bricht der Tesla-Fahrer Wermuth eine Lanze. Mit der neuen Speichertechnik, die etwa Daimler in Kooperation mit The Mobility House vorantreibe, diene das Elektroauto während seiner Standzeit als Puffer und man könne als Autobesitzer sogar Geld damit verdienen.

          Die größte Einzelspende

          Eine ähnlich große Spende wie die von Wermuth ist selten. Bei den Grünen in Baden-Württemberg macht sie beinahe ein Drittel des Wahlkampfbudgets aus.

          Die bisher größte Einzelspende für die Grünen kam im Dezember vom Arbeitgeberverband Südwestmetall, der 110.000 Euro überwies  – immerhin fast so viel wie an die CDU, die 150.000 Euro erhielt. Die FDP bekam von den Metallarbeitgebern 100.000 Euro, die SPD 60.000 Euro.

          Wermuth ist nicht der einzige Unternehmer, der sich kurz vor der Landtagswahl öffentlich zum grünen Ministerpräsidenten bekennt. Auch der konservative Trigema-Chef Wolfgang Grupp kündigte an, erstmals Grün wählen zu wollen - aber auch, weil das aus seiner Sicht der CDU hilft.

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