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25 Jahre Wiedervereinigung : Ifo Institut: Der Osten Deutschlands bleibt zurück

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Der Hauptbahnhof Halle wird im Rahmen des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit gerade an die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen München und Berlin angebunden. Bild: dpa

Wirtschaftlich haben die ostdeutsche Bundesländer auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung nicht zu den westlichen aufgeschlossen. Und das wird auch so bleiben, sagt ein Forscher.

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          Die Wirtschaftskraft der ostdeutschen Bundesländer bleibt auch in den kommenden 25 Jahren hinter derjenigen der westdeutschen zurück. Das erwartet das Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut in München.

          „Alles spricht dafür, dass Ostdeutschland in den nächsten 25 Jahren nicht aufholen kann“, sagte Joachim Ragnitz, der stellvertretende Leiter der Ifo-Niederlassung in Dresden, laut eines vorab verbreiteten Vortrages, den er an diesem Donnerstag in Tutzing halten wird anlässlich der deutschen Wiedervereinigung vor 25 Jahren.

          Die Annäherung zwischen Ost- und Westdeutschland im Sinne der Wirtschaftsleistung sei bereits vor zwanzig Jahren zum Stillstand gekommen. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der Bevölkerung verharre seit dem Jahr 1995 auf rund 75 Prozent des westdeutschen Durchschnitts. „Wir sollten von der ohnehin illusorischen Vorstellung einer „Angleichung der Lebensverhältnisse“ Abstand nehmen“, so Ragnitz.

          Als Grundlage für seine Prognose nannte er kurzfristig kaum zu behebende strukturelle Ursachen. Dazu zählt er zum Beispiel, dass in Ostdeutschland hoch produktive Großunternehmen fehlten. Es gebe jedoch einzelne Wachstumspole wie Dresden, Leipzig, Jena und das Berliner Umland mit durchaus positiven Perspektiven.

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