https://www.faz.net/-gqe-7imwk

19-Milliarden-Euro-Projekt : Frankreich und China bauen Atomkraftwerk in Großbritannien

  • Aktualisiert am

Die Erweiterung um zwei Reaktoren im westenglischen Hinkley Point war schon im März beschlossen Bild: REUTERS

Großbritanniens Pläne zum Bau neuer Atomkraftwerke werden konkret: Die britische Regierung hat ein Abkommen mit dem französischen Versorger EDF und zwei chinesischen Partnern unterzeichnet.

          Ein französisch-chinesisches Konsortium baut für knapp 19 Milliarden Euro ein Atomkraftwerk in Großbritannien. Die britische Regierung habe ein entsprechendes Abkommen mit dem französischen Versorger EDF unterzeichnet, teilte das Unternehmen am Montag mit.

          Die Anlage soll in rund zehn Jahren in Betrieb gehen. Die endgültige Entscheidung über den Bau ist für kommenden Sommer geplant. Premierminister David Cameron sprach in der Mitteilung davon, dass durch den Bau 25.000 Stellen geschaffen würden. „Das markiert die nächste Generation der Atomkraft in Großbritannien, die eine wichtige Rolle in unserer Energieversorgung spielen wird.“

          Das Kraftwerk Hinkley Point C mit zwei Druckwasserreaktoren des französischen Herstellers Areva soll in Somerset in Südwest-England entstehen. Es ist der erste Neubau eines Atomkraftwerks in Großbritannien seit rund 20 Jahren.

          An dem Konsortium ist den Angaben zufolge EDF mit 45 bis 50 Prozent beteiligt. Die chinesischen EDF-Partner, der Staatskonzern China General Nuclear Power (CGN), und CNNC halten demnach zwischen 30 und 40 Prozent, Areva zehn Prozent. Andere Partner könnten bis zu 15 Prozent erhalten. Für die Chinesen ist die Zusammenarbeit eine Gelegenheit, einen Fuß in den britischen Markt zu bekommen.

          Das Abkommen, das der britische Finanzminister George Osborne in der vergangenen Woche bei einem Staatsbesuch in China bereits angekündigt hatte, stellt für die weltweite Atomindustrie einen Lichtblick dar. Seit der Katastrophe im japanischen AKW Fukushima kämpft sie mit gestiegenen Akzeptanzproblemen.

          Deutschland hat sich für den Ausstieg aus der Atomkraft entschieden, Italien ein geplantes Atomprogramm gestrichen und Frankreich strebt eine Verringerung seiner Abhängigkeit vom Atomstrom an.

          Weitere Themen

          Kampf gegen den Dampf Video-Seite öffnen

          San Francisco : Kampf gegen den Dampf

          Nicht nur das Rauchen, auch die Herstellung von E-Zigaretten wird in San Francisco verboten. Eine schwierige Situation für die Ortsansässigen wie Juul Labs, einer der größten Hersteller von E-Zigaretten.

          Weitere 24 Satelliten für das Weltall Video-Seite öffnen

          Falcon Heavy gestartet : Weitere 24 Satelliten für das Weltall

          Tesla-Chef Elon Musk will in den kommenden Jahren ein enges Geflecht an Satelliten aufbauen, um ein weltumspannendes Internet zu erschaffen. Die 24 Satelliten, die die Rakete Falcon Heavy an Board hat, sind für die Nasa, das amerikanische Verteidigungsministerium und Universitäten.

          Topmeldungen

          „Eine Art Ideologie, die zu Gräueln in der Historie unseres Planeten geführt hat“: So beschreibt ein ehemaliger Funktionär die Haltung der IAAF gegenüber der standhaften Caster Semenya.

          FAZ Plus Artikel: Fall Caster Semenya : Startrecht nach Kastration

          Die IAAF hat Caster Semenya nach ihrem Sieg in Berlin 2009 eine Operation nahegelegt zur Aufhebung ihrer Laufsperre. Vier Athletinnen unterzogen sich der Tortur. Ein früherer Funktionär spricht von einem Zwangssystem.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.