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Auszeichnung in Schweden : Wirtschaftsnobelpreis geht an Amerikaner Card, Angrist und Imbens

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Der Arbeitsmarktökonom David Card (links) sowie Joshua Angrist und Guido Imbens erhalten den diesjährigen Nobel-Gedächtnispreis. Bild: dpa

Die US-Wissenschaftler David Card, Joshua Angrist und Guido Imbens erhalten den Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften. Card wird für empirische Arbeitsmarktstudien ausgezeichnet, Angrist und Imbens für Beiträge zur Analyse von Kausalbeziehungen.

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          Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht in diesem Jahr an die Forscher David Card, Joshua Angrist und Guido Imbens. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm bekannt.

          Der kanadische Arbeitsmarktökonom David Card forscht und lehrt an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Am bekanntesten wurden seine empirischen Untersuchungen zur Wirkung eines Mindestlohns. Darin verglich er ökonomisch ähnliche Regionen mit und ohne Lohnuntergrenze und konnte auf dieser Basis die Annahme hinterfragen, dass Arbeitslosigkeit unmittelbar aus der Lohnhöhe folgt. 

          Die gesammelten Erkenntnisse mündeten Mitte der neunziger Jahre in „Myth and Measurement: The New Economics of the Minimum Wage“. Sie beeinflussten auch die politischen Diskussionen über die Einführung eines staatlichen Mindestlohns, zum Beispiel in Deutschland unter einer schwarz-roten Koalition.

          Angrist beschäftigt sich mit dem Ausbildungsmarkt

          Auch Angrist forscht zum Arbeitsmarkt. Der Wissenschaftler mit US-amerikanischer und israelischer Staatsbürgerschaft hält einen Lehrstuhl am Massachusetts Institute of Technology. Zu seinen Forschungsinteressen zählen die ökonomische Analyse des Ausbildungsmarktes und Arbeitsmarktthemen. Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften betonte die Bedeutung seiner Beiträge für die Analyse von Kausalbeziehungen.

          Card erhält die Hälfte des Preisgeldes, Angrist und Imbens teilen sich die andere Hälfte. Imbens ist ein niederländisch-amerikanischer Forscher der Universität von Stanford. Wie Angrist arbeitet er viel mit ökonometrischer Analyse, dabei hat er sich auch mit der Weiterentwicklung der Methodik beschäftigt. Einen Eindruck von dieser Forschung gibt eines seiner Papers aus diesem Jahr: „Using Wasserstein Generative Adversarial Networks for the Design of Monte Carlo Simulations“.

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          Im Überblick : Nobelpreisträger von 1901 bis 2021

          Der seit Ende der sechziger Jahre vergebene Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften ist der einzige, der nicht auf das Testament von Preisstifter und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel (1833-1896) zurückgeht. Er wurde von der schwedischen Zentralbank gestiftet und gilt somit streng genommen nicht als klassischer Nobelpreis. Dennoch wird er gemeinsam mit den anderen Preisen an Nobels Todestag, dem 10. Dezember, überreicht.

          Unter den Wirtschaftsnobelpreisträgern ist bislang erst ein Deutscher gewesen: Der Bonner Wissenschaftler Reinhard Selten erhielt ihn 1994 gemeinsam mit John Nash und John Harsanyi für ihre wegweisenden Beiträge zur nichtkooperativen Spieltheorie. Traditionsgemäß zählen Wissenschaftler aus den USA zu den Favoriten auf die Auszeichnung. Vergangenes Jahr war sie an die US-Ökonomen Paul R. Milgrom und Robert B. Wilson gegangen, die damit für ihre Verbesserungen der Auktionstheorie und Erfindung neuer Auktionsformate geehrt wurden.

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