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Altmaier im Interview : „Die Lage ist dramatisch“

Wirtschaftsminister Peter Altmaier, 62, ist seit einer Woche gegen Corona geimpft. An die Kontaktbeschränkungen will er sich trotzdem weiter halten. Bild: Jens Gyarmaty

Der deutsche Wirtschaftsminister sieht die Ausgangssperre als Warnsignal, hofft trotzdem auf baldige Lockerung – und gibt Ratschläge für den Machtkampf in der Union.

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          Herr Altmaier, die Regierung fährt das Land noch mal drastisch herunter. Wie lange müssen wir mit den Beschränkungen noch leben?

          Ralph Bollmann
          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
          Georg Meck
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Infektionszahlen steigen wieder dramatisch stark. Es gibt keine Hoffnung, dass sich die Kurve ohne konsequentes Handeln abflacht. Für uns alle ist der Schutz des menschlichen Lebens von überragender Bedeutung. Deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass Menschen sterben, die weiterleben könnten.

          Der Lockdown ist alternativlos?

          Die konkrete Alternative wäre die völlige Überlastung des Gesundheitssystems, mit Zehntausenden zusätzlichen Toten. Seit Beginn der Pandemie tun wir alles, um genau das zu verhindern. Gleichzeitig tue ich als Wirtschaftsminister alles, um substantiellen Schaden von der Wirtschaft abzuwenden. Wir haben es mit einem umfassenden Rettungsschirm geschafft, Hunderttausende Unternehmen zu erhalten. Anders als in der ersten Welle sind in der zweiten und dritten Welle die globalen Lieferketten intakt. Die deutsche Wirtschaft ist auf dem Weg aus der Rezession und wird in diesem Jahr stark wachsen.

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