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Wirtschaftskriminalität : Schmiergeld-Anklage gegen früheren BMW-Einkaufsmanager

  • Aktualisiert am
Eine Million Euro Schmiergeld hat der ehemalige BMW-Mitarbeiter angenommen
          1 Min.

          Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München I gegen einen ehemaligen Einkaufsmanager von BMW sind abgeschlossen. „Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Günther L. wegen Bestechlichkeit im wirtschaftlichen Verkehr in besonders schwerem Fall“, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Freitag gegenüber Dow Jones Newswires.

          In dem seit über einem Jahr laufenden Korruptionsfall werden neben zwei weiteren ehemaligen Beschäftigten der BMW AG, München, 27 Mitarbeiter bei sechs Automobilzulieferfirmen beschuldigt.

          Tipps gegen Geld

          Im Zentrum der Schmiergeld-Affäre steht der ehemalige Einkaufsleiter von BMW. Dem 55jährigen wirft die Staatsanwaltschaft vor, daß er Schmiergelder von insgesamt einer Million Euro von Zulieferern erhalten hat und dafür Tipps und Hinweise gegeben hat, wie sie den Zuschlag für bestimmte Aufträgen gewinnen konnten.

          Die Ermittlungen sind durch den Hinweis von Finanzbehörden in Gang gekommen. „Weil der Vorwurf auf Bestechlichkeit in besonders schwerem Fall handelt, muß Günther L. mit einer
          mehrjährigen Haftstrafe rechnen“, so Winkler weiter. Das Gesetz sieht einen Strafrahmen von drei Monaten bis fünf Jahren vor.

          Der ehemalige Einkaufsmanager befindet sich seit 30. August 2005 in Untersuchungshaft und hat seine Taten gestanden. Ein BMW-Sprecher wollte sich nicht zur Anklageerhebung äußern. Der Mitarbeiter sei bereits vor über einem Jahr entlassen worden, sagte er zur Begründung.

          Weitere Ermittlungen bei VW und Audi

          Während sich die Ermittlungen zunächst nur auf fünf Unternehmen beschränkten, kam vor kurzem noch der französische Zulieferer Faurecia hinzu. Gegen Mitarbeiter dieses Unternehmens ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt ebenfalls wegen Bestechung von Einkaufsmanagern der Volkswagen AG, Wolfsburg sowie der Ingoldstädter Tochter Audi.

          „In diesem Zusammenhang werden wir in Kürze drei Fälle nach Frankfurt abgeben, einen werden wir in München behalten“, kündigte Oberstaatsanwalt Winkler an. Die gesamten Ermittlungen in München sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Winkler zufolge hat sich BMW sehr kooperativ verhalten.

          Neben Faurecia sind im Zusammenhang mit dem Bestechungsfall bei BMW damalige Mitarbeiter der M&H GmbH & Co. KG, Neusalz, der Amberger Grammer AG sowie der in Vilsbiburg ansässige Dräxlmaier Group betroffen. Dazu gehörten die deutschen Töchter der kanadischen Magna International Inc und der amerikanischen Lear Corp.

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