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Wirtschaftskriminalität : Korruptionsverdacht bei EU-Beamten

  • Aktualisiert am

Bestechungsverdacht Bild: picture-alliance/ dpa

Ein Richter hat Haftbefehle gegen drei Verdächtige wegen Korruptionsverdacht bei EU-Aufträgen erlassen. Nach Medieninformationen geht es um enorme Geldbeträge. Es soll Unregelmäßigkeiten bei der Beschaffung von Immobilien für EU-Vertretungen und dazugehörige Sicherheitstechnik gegeben haben.

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          In der Affäre um Korruption bei EU-Aufträgen hat ein belgischer Richter am Mittwoch Haftbefehle gegen drei Verdächtige erlassen. Wie die Staatsanwaltschaft in Brüssel mitteilte, wurde ein 46 Jahre alter Beamter der EU-Kommission unter dem Verdacht der Bestechlichkeit, der Dokumentenfälschung, des Betrugs und der Bildung einer kriminellen Vereinigung verhaftet. Weitere Haftbefehle ergingen gegen den 60 Jahre alten Assistenten eines Europa-Abgeordneten und gegen einen 39-Jährigen, der für eine Immobilienfirma arbeitet. Alle drei Verdächtigen seien Italiener, hieß es.

          Der Korruptionsverdacht mit internationaler Dimension war am Dienstag nach dreijährigen Ermittlungen bekannt geworden. Mehr als 150 Polizisten hatten Büros und Gebäude in Belgien, Italien, Frankreich und Luxemburg durchsucht. Auch Räume der EU-Kommission in Brüssel wurden unter die Lupe genommen. Die Brüsseler Justiz geht dem Verdacht auf Unregelmäßigkeiten bei der Beschaffung von Immobilien für EU-Vertretungen und dazugehörige Sicherheitstechnik nach.

          „Astronomische Geldbeträge“

          Ein Sprecher der Europäischen Union (EU) sagte, die Kommission arbeite über ihre Anti-Korruptionseinheit OLAF eng mit den Ermittlern zusammen, ohne jedoch auf Details einzugehen. Ob Mitarbeiter der Kommission von ihrer Arbeit suspendiert worden seien, wollte er nicht sagen.

          Der Korruptionsverdacht betrifft nach Medieninformationen enorme Geldbeträge. Wie die Brüsseler Zeitung „Le Soir“ am Mittwoch meldete, richten sich die Ermittlungen der belgischen Staatsanwaltschaft gegen zwei Kommissionsbeamte auf hoher Entscheidungsebene. „Und die Beträge, um die es geht, sollen astronomisch sein“, erfuhr die Zeitung aus Kreisen, die mit den Ermittlungen vertraut sind.

          Die Mailänder Zeitung „Corriere della Sera“ berichtete, die Ermittlungen gingen auf die Beschwerde eines finnischen Unternehmers zurück. Er habe 345.000 Euro Schmiergeld zahlen müssen, um den Auftrag für den Bau des EU-Sitzes in Indien zu bekommen. Als Verdächtiger wird ein Assistent des Europa-Abgeordneten und Ex- Fußballers Giovanni Rivera genannt. Dabei gehe es um Kontakte zu dem EU-Funktionär Giancarlo Ciotti und dem Unternehmer Angelo Troiano, schrieb der „Corriere della Sera“.

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