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Wirtschaftskanzlei : Freshfields gibt sich Ethikregeln

Im „Parktower“ im Frankfurt, wo die Kanzlei Freshfields sitzt, gelten ab sofort klare ethische Regeln. Mitarbeiter können sich in Zweifelsfragen an ein Gremium wenden. Bild: dpa

In der Krise zählen Konzerne auf die Anwälte von Freshfields. Doch die „Cum-Ex“-Gutachten sorgten für Kratzer im Image der Kanzlei. Mit Ethikregeln und der Hilfe des früheren Verfassungsrichters Udo Di Fabio will sie einen neuen Kurs einschlagen.

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          Viele Wirtschaftsskandale nehmen ihren Anfang in einem rechtlichen Graubereich. Die „Cum-Ex“-Deals, mittlerweile von einem Strafgericht als illegale Aktiengeschäfte rund um den Dividendenstichtag eingestuft, sind ein Beispiel. Am Pranger stehen auch zahlreiche Rechtsberater, die das Treiben mit ihren Gutachten gefördert haben – prominent auch Steueranwälte der Großkanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer. Das wirft die Frage auf, ob sich Anwälte neben ihren berufsständischen Regeln nicht generell einem „Code of Conduct“ unterwerfen sollten, wie es in den Industriekonzernen üblich ist.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Freshfields jedenfalls sieht das so und hat am Dienstag deshalb ethischen Grundsätze und Verhaltensregeln vorgestellt. Sie sind für alle Mitarbeiter der Sozietät in Deutschland verbindlich. In Zweifelsfällen können sie sich, auch anonym, an ein neugeschaffenes Gremium wenden, für dessen Leitung Freshfields einen ausgewiesenen Fachmann in Ethikfragen gewinnen konnte: Udo Di Fabio, ehemals Richter am Bundesverfassungsgericht.

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