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Wirtschaftsdaten : Alarmismus zu China

Plötzlich heißt es, Chinas Wirtschaft „schwächele“. Eine kühne Behauptung bei einem Wachstum von 7,4 Prozent!

          Plötzlich heißt es, Chinas Wirtschaft „schwächele“. Eine kühne Behauptung bei einem Wachstum von 7,4 Prozent! Nur zum Vergleich: Die jüngste Quartalszunahme entspricht 8,6 Prozent auf Basis des vorvergangenen Jahres. Bliebe der Zuwachs auf heutigem Niveau konstant, verdoppelte sich die Leistung der zweitgrößten Volkswirtschaft in zehn Jahren. Jahrelang wurden Chinas Politiker für die Fixierung auf hohes Wachstum gescholten. Die Ausweitung des Bruttoinlandsprodukts war oft geschönt, mit Pump finanziert, fußte auf unnötigen Investitionen und Ressourcenvergeudung.

          Es ist richtig, sich nunmehr auf die Belastbarkeit des Wachstums zu konzentrieren. Für diesen geplanten Strukturwandel sehen die jüngsten Daten gar nicht so schlecht aus. Das Gewicht von Export, Investitionen und Bauwirtschaft schwindet, stattdessen nimmt die Bedeutung des Binnenkonsums zu, abzulesen im Einzelhandel und an den Importen. Dass die Kreditvergabe schrumpft, ist angesichts der Fremdmittelabhängigkeit ein gutes Zeichen. Hingegen steigen die Unternehmensgewinne und die Löhne. China geht durch eine schwierige Umbruchphase. Aber für Alarmismus besteht kein Anlass.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

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