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Wirtschafts-Nobelpreis : So nützlich wie Zahnärzte

Paul Milgrom und Robert Wilson bekommen in diesem Jahr den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Bild: dpa

Paul Milgrom und Robert Wilson sind Experten für Auktionen. Diese Wissenschaft ist praktisch, aber sie ist definitiv nichts für Schwätzer und Ideologen.

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          John Maynard Keynes sagte einmal: „Wenn es Ökonomen gelänge, dass man sie für demütige, kompetente Leute hielte, etwa so wie Zahnärzte, das wäre herrlich!“ Die Königlich-Schwedische Akademie für Wissenschaften ist seit Jahren auffallend bemüht, den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wissenschaften Ökonomen zu verleihen, deren Erkenntnisse den Menschen auf nachvollziehbare Weise nützlich sind.

          Paul Milgrom und Robert Wilson sind nicht die ersten Experten für Auktionen, die den Preis erhalten. Denn Auktionen spielen für das Wirtschaftsleben eine immer wichtigere Rolle, und die gelegentlich komplizierten Interessenlagen von Bietern erfordern zunehmend komplizierte Auktionsverfahren, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

          Viel Mathematik und Spieltheorie

          So haben die Menschen als Verbraucher wie als Steuerzahler ein großes Interesse an einer möglichst gut funktionierenden Versteigerung etwa von Mobilfunknetzen durch den Staat. Weil die Bieter in aller Regel miteinander im Wettbewerb stehen und das Auktionsergebnis möglicherweise auf die Wettbewerbsverhältnisse Einfluss nimmt, wird eine Versteigerung von Netzen anders verlaufen als eine Auktion eines Gemäldes.

          Die für die Weiterentwicklung der modernen Auktionstheorie notwendigen Kenntnisse etwa der Mathematik und der Spieltheorie sind erheblich. Diese Wissenschaft ist praktisch, aber sie ist definitiv nichts für Schwätzer und Ideologen.

          Mit der Wahl der auf eng begrenzten Gebieten arbeitenden Preisträger will die Schwedische Akademie wohl nicht zufällig den Eindruck erwecken, die Wirtschaftswissenschaften seien ebenso seriös und nützlich wie etwa die Medizin oder die Chemie. Wahr ist, dass sich dagegen in Arbeiten zur Gesamtwirtschaft umso mehr Schwätzer und Ideologen tummeln, je mehr die Bedeutung solcher Analysen für die Politik in den Fokus rückt.

          Aber Fragen etwa von Wirtschaftswachstum und Verteilung in einer unruhigen Welt werden gottlob auch von Ökonomen behandelt, die ebenso kompetent und seriös arbeiten wie die nunmehr ausgezeichneten Spezialisten der Auktionstheorie. Früher oder später wird die Schwedische Akademie nicht umhinkommen, auch für Arbeiten auf politiknäheren Gebieten wieder Preise zu vergeben.

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