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Wirtschaftliche Entwicklung : So geht es Großbritannien vor dem Brexit

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Im Umbau: der Big-Ben-Glockenturm am britischen Parlament Bild: dpa

Der Brexit schadet Großbritanniens Wohlstand, hieß es vor der Abstimmung. Davon macht sich im Alltag nicht viel bemerkbar. Doch drei Grafiken zeigen, wie sich das Land wirklich entwickelt.

          Wenn Großbritannien sich für einen EU-Austritt entscheidet, dann fällt das Land in eine tiefe Rezession – so prophezeiten die Experten vorher. Massenarbeitslosigkeit und Armut werde über das Land kommen. Nachdem sich die Briten tatsächlich für den Brexit entschieden hatten, war davon aber nichts zu sehen. Das Leben schien seinen Gang ungestört weiterzugehen, der Wohlstand im Land schien sich kaum zu verändern. Schon damals allerdings zeigten sich erste Risse im Bild. Der Kurs der Währung Pfund sackte in die Tiefe. Das verteuerte das Leben für die Briten, weil sie für Produkte aus dem Ausland plötzlich mehr Pfund bezahlten mussten.

          Jetzt, rund zwei Jahre nach der Entscheidung, zeichnet sich das Bild deutlicher: Fast schleichend sind die Schwierigkeiten ins Bild gekommen. Das Verhältnis zur Europäischen Union nach dem Brexit ist bis heute ungeklärt, viele Unternehmen bereiten ihren Absprung vor. Die Credit Suisse ist nur ein Beispiel für Unternehmen, die Teile ihres Geschäfts nach Frankfurt oder in andere europäische Städte verlagern. Selbst die Londoner Börse hat inzwischen ihren Notfallplan in Kraft gesetzt und bereitet sich darauf vor, einige ihrer Aktivitäten künftig in der EU zu erledigen. Mehr Anwälte als üblich lassen sich in Irland registrieren, weil sie besorgt sind, dass sie nach einem unkontrollierten Austritt Großbritanniens nicht mehr in der Europäischen Union praktizieren können.

          Das Wachstum flaut ab

          Allmählich machen sich die Schwierigkeiten auch in den Zahlen bemerkbar. Großbritanniens Wirtschaftswachstum beispielsweise gehörte vor der Brexit-Entscheidung jahrelang zu den stärksten unter den sieben großen Wirtschaftsnationen, den G-7. Seit der Volksabstimmung am 23. Juni 2016 allerdings hat sich das Bild geändert. Im Vereinigten Königreich flaut die Wirtschaft ab, während sie anderswo schneller wächst – die Briten finden sich jetzt hinten wieder.

          Wie schwer es die Unternehmen haben, zeigt sich auch am Aktienmarkt. Während die Unternehmen anderswo auf der Welt seit 2016 neue Rekorde erreicht haben, stagnieren die Werte der britischen Firmen. In heimischer Währung gerechnet, gab es für die britischen Aktien zwar noch mal einen Kursschub – der allerdings war vielleicht nur eine Folge des schwachen Pfundes, denn aus internationaler Sicht sind die Aktienkurse schwach.

          Massenarmut allerdings zeigt sich bis jetzt noch nicht. Großbritanniens Arbeitsmarkt ist nach wie vor stark, die Arbeitslosenquote sinkt unverändert weiter.

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