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Sorgen in der Wirtschaft : Zittern vor Boris Johnson

Boris Johnson im Januar während einer Rede in Dublin Bild: dpa

Der Hardliner ist in Großbritannien der Favorit für die Nachfolge von Theresa May. Das lässt Unternehmen bangen: Er strebt einen No-Deal-Brexit an – ohne Rücksicht auf Verluste.

          3 Min.

          Nach dem angekündigten Rücktritt der britischen Premierministerin Theresa May wächst in der Wirtschaft die Furcht vor einem ungeordneten Brexit im Herbst. Klarer Favorit für die Nachfolge Mays ist, Umfragen zufolge, der Brexit-Hardliner und frühere Außenminister Boris Johnson. Er hat wiederholt gefordert, Großbritannien müsse die EU notfalls ohne Austrittsabkommen verlassen. Ökonomen und Unternehmensvertreter warnen dagegen, ein solcher No-Deal-Brexit drohe kurz- und langfristig großen wirtschaftlichen Schaden anzurichten. Johnson forderte am Freitag abermals eine harte Linie in den Verhandlungen mit der EU: „Einen guten Deal bekommt man, indem man sich auf eine No-Deal-Situation vorbereitet“, sagte er.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In der britischen Wirtschaft gibt es aber auch die Befürchtung, dass es nach dem Rücktritt Mays zu einem Regierungswechsel kommt und die Labour Party die konservativen Tories von der Macht verdrängt. Der Labour-Parteichef und Oppositionsführer Jeremy Corbyn fordert Neuwahlen. Der Sozialist hat den Briten einen Linksschwenk in der britischen Politik versprochen, der viele Wirtschaftsvertreter alarmiert. In Meinungsumfragen liegt Labour derzeit vor Mays Konservativen.

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