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Untersuchungsausschuss : Guttenberg nimmt die Regierung im Fall Wirecard in Schutz

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Karl-Theodor zu Guttenberg vor seiner Befragung als Zeuge im Wirecard-Untersuchungsausschuss. Bild: dpa

In seiner Aussage weist Karl-Theodor zu Guttenberg alle Vorwürfe gegen sich und seine Beratungsgesellschaft zurück. Auch die Bundeskanzlerin habe nach dem damaligen Kenntnisstand richtig gehandelt.

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          Der frühere Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Bundesregierung im Skandal um den Bilanzbetrug bei Wirecard in Schutz genommen. Nach damaligem Kenntnisstand sei die Unterstützung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für das deutsche Fintech richtig gewesen, sagte zu Guttenberg am Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestags. Der 49-Jährige war mit seiner Beratungs- und Beteiligungsfirma Spitzberg Partners vor der Insolvenz für Wirecard tätig und hatte den Kontakt ins Kanzleramt vermittelt. Merkel hatte sich daraufhin bei einer China-Reise im Jahr 2019 für Wirecard eingesetzt.

          Im Ausschuss wies zu Guttenberg auch entschieden alle Vorwürfe zurück, er habe den mutmaßlichen Milliardenbetrug erahnen können. „Einen derartigen Betrug konnte man als Geschäftspartner - trotz gewisser Mutmaßungen in der britischen „Financial Times“ - nicht erahnen“, betonte er. „Hätten wir gewusst, dass das Geschäftsmodell von Wirecard offenbar auf Betrug basiert, hätten wir dieses Dax-Unternehmen niemals beraten.“

          Weder seine Firma noch er selbst hätten zu irgendeinem Zeitpunkt von Diskrepanzen in der Bilanzierung, von Geldwäsche oder anderen Straftaten gewusst, versicherte zu Guttenberg. Stattdessen habe man sich auf die offiziellen Bewertungen des Unternehmens und die staatlichen Prüfstellen verlassen. Der inzwischen insolvente frühere Dax-Konzern Wirecard soll über Jahre Scheingewinne ausgewiesen haben. Im Sommer räumte das Unternehmen Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro ein. Laut Staatsanwaltschaft könnte es insgesamt um rund drei Milliarden gehen.

          Wirtschaftsprüfer und Bafin in der Kritik

          Das Unternehmen saß als Dienstleister für bargeldlose Zahlungen an der Schnittstelle zwischen Händlern und Kreditkartenfirmen und machte nach aktuellem Ermittlungsstand jahrelang Verluste. Unter anderem die Wirtschaftsprüfer von EY und die Finanzaufsicht Bafin stehen in der Kritik, weil der Betrug nicht früher aufflog. Der Untersuchungsausschuss will auch herausfinden, ob man im Kanzleramt ahnte, dass es bei Wirecard nicht mit rechten Dingen zuging.

          Währenddessen schreitet die Zerschlagung von Wirecard voran. Insolvenzverwalter Michael Jaffé meldete am Donnerstag den Verkauf der südafrikanischen Tochtergesellschaft Wirecard Solutions South Africa an den dortigen Zahlungsdienstleister Adumo. Den Kaufpreis nannte Jaffé nicht, der Anwalt sprach lediglich von einem „sehr guten Ergebnis für die Gläubiger“. Zuvor hatte Jaffé mit dem Verkauf von Wirecard-Tochtergesellschaften und Know-how etwa eine halbe Milliarde Euro erlöst. Damit hatte der Insolvenzverwalter die Erwartungen mancher Gläubigeranwälte schon vor dem Südafrika-Deal übertroffen.

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