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Bilanzskandal Wirecard : Finanzaufseher im Fokus der Staatsanwälte

  • Aktualisiert am

Seit Monaten steht die Bafin wegen Wirecard in der Kritik. Die Aufsicht hatte selbst einen Mitarbeiter wegen des Verdachts des Insiderhandels bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart angezeigt. Bild: Reuters

Nach diversen Strafanzeigen gegen die Bafin bejahen die Strafverfolger den Anfangsverdacht einer möglichen Straftat. Im Raum stehen die Verletzungen von Aufsichtspflichten im Fall Wirecard.

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          Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat ein formelles Ermittlungsverfahren zur Rolle der Finanzaufsicht Bafin im Zusammenhang mit dem Wirecard -Skandal eingeleitet. Es handele sich um strafrechtliche Ermittlungen gegen bisher unbekannte Personen, sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag auf Anfrage.

          Weitere Details nannte sie nicht. Zuvor hatten Medien darüber berichtet. Hintergrund sind Anzeigen von Wirecard-Aktionären. Sie werfen der Bafin vor, sie habe ihre Aufsichtspflichten verletzt.

          Wochenlange Vorprüfung

          Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hatte Ende Februar zunächst eine Vorprüfung eingeleitet und von der Bafin Informationen eingefordert. Die Finanzaufsicht äußerte sich auf Anfrage nicht zu den Ermittlungen.

          Das frühere Dax-Unternehmen Wirecard hatte im Juni 2020 Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt und in der Folge Insolvenz angemeldet. Weil dies jahrelang unentdeckt blieb, steht unter anderem die Bafin in der Kritik.

          Zum anderen geht es um die möglicherweise strafbare Verletzung von Regeln zum Insiderwissen. Bafin-Chef Felix Hufeld und Vizechefin Elisabeth Roegele traten ab, nachdem der Verdacht aufkam, ein Bafin-Mitarbeiter könnte dank seines Insiderwissens mit Wirecard-Papieren Geschäfte gemacht haben. Die Aufsicht hatte wegen des Verdachts des Insiderhandels einen Mitarbeiter bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart angezeigt.

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