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Wie Hochstapler ticken : „Das Böse gehört zur Menschheit“

Von links nach rechts: Bauunternehmer und Betrüger Jürgen Schneider, das tief gefallene Wunderkind der Biotech-Branche Elizabeth Holmes, der Ex-Wirecard-Chef Markus Braun und Anlagebetrüger Bernie Madoff Bild: F.A.S.

Das Beispiel Wirecard zeigt: Kriminelle Aufschneider führen die ganze Welt an der Nase herum. Was geht in ihren Köpfen vor? Psychologen liefern zumindest ein paar Antworten.

          6 Min.

          Wirecard-Chef Markus Braun gab bis zum Schluss Durchhalteparolen aus. „Er lief in der Konzernzentrale rum und sagte, dass alles gut wird“, berichten Weggefährten. Noch wenige Tage bevor am 18. Juni die Bombe platzte, klammerte er sich an ausstehende Testate der Wirtschaftsprüfer, die seine Unschuld beweisen sollten. Es kam bekanntlich anders. Wirecard musste zugeben, dass Verbleib und Existenz von angeblichen Firmengeldern auf Treuhandkonten in Höhe von 1,9 Milliarden Euro unklar seien. Binnen weniger Tage krachte der vermeintliche Fintech-Star zusammen. Wirecard, 2018 in den Dax aufgestiegen, stellte Insolvenzantrag, das ehemalige Führungspersonal füllt die Gefängniszellen.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Münchner Staatsanwaltschaft München spricht inzwischen von „gewerbsmäßigem Bandenbetrug“. Seit fünf Jahren habe ein Zirkel von Wirtschaftskriminellen Umsätze erfunden und dadurch die Bilanz aufgebläht, um die Aktionäre bei Laune zu halten und Kredite zu bekommen. In Wirklichkeit habe die Wirecard-Gruppe spätestens seit Ende 2015 Verluste geschrieben. Markus Braun, der vorübergehend gegen Millionen-Kaution auf freiem Fuß war, der ehemalige Finanzvorstand Burkhard Ley und der frühere Chefbuchhalter sitzen seit voriger Woche in Untersuchungshaft.

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