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Bafin-Chef über Wirecard : „Eine Schande für Deutschland“

Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht - kurz Bafin Bild: dpa

Der oberste deutsche Bankenaufseher räumt im Fall Wirecard Fehler ein. Auch seine eigene Behörde habe versagt, so Felix Hufeld: „Ich nehme die öffentliche Kritik voll und ganz an.“

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          Der Präsident der deutschen Finanzaufsicht Felix Hufeld hat zugegeben, dass die staatlichen Kontrolleure Fehler im Fall Wirecard gemacht haben. Wirecard sei eine „Schande“ für Deutschland, dort sei ein „totales Desaster“ passiert, und er wisse derzeit nicht, was dabei herauskomme, sagte der Chef der Bafin am Montag auf der Bankenkonferenz „Frankfurt Finance Summit“ in Frankfurt. „Wir befinden uns mitten in der entsetzlichsten Situation, in der ich jemals einen Dax-Konzern gesehen habe“, so Hufeld. Christian Sewing, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, sagte, derzeit fehle bei Wirecard die Transparenz, und diese müsse nun schnellstens hergestellt werden.  

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wirecards 16 kreditgebende Banken, darunter auch die Deutsche Bank, dürfen seit Samstag ihre Kredite über 1,8 Milliarden Euro kündigen, weil der Zahlungsdienstleister von seinem Wirtschaftsprüfer kein Testat für die Bilanz 2019 erhalten hat. In der Nacht zu Montag gestand Wirecard außerdem ein, dass rund 1,9 Milliarden Euro und damit ein Viertel der Bilanz, die angeblich auf Treuhandkonten in Asien liegen, mit „überwiegender Wahrscheinlichkeit“ nicht existierten. Wirecard muss nun erkennbar ums Überleben kämpfen, die Liquidität droht dem Unternehmen auszugehen. Das sehen auch die Anleger an der Börse: Seit Donnerstag ist Wirecards Aktienkurs von rund 100 auf 13 Euro am Montag abgestürzt.  

          „Nehme die Kritik an“

          Der deutsche Finanzmarkt müsse für Qualität stehen, nannte Hufeld als Anspruch und fügte mit Blick auf Wirecard hinzu: „Es ist eine Schande, dass so etwas passiert ist.“ Private und öffentliche Institutionen, inklusive seiner eigenen Behörde, hätten versagt, weil ihre Maßnahmen bei Wirecard nicht effektiv genug gewesen seien. „Ich nehme die öffentliche Kritik voll und ganz an“, sagte Hufeld.

          Der Bafin-Präsident wies aber darauf hin, dass die deutsche Bankenaufsicht formal nur Durchgriffsrechte in die Wirecard-Bank habe und nicht in den gesamten Wirecard-Konzern und gerade nicht in das zweifelhafte Asien-Geschäft. „Derzeit sind wir im Krisen-Modus“, sagte Hufeld. Wenn er überwunden sei, müssten die Maßnahmen der Bafin kritisch geprüft werden.  

          Eines ist für den Bafin-Präsidenten jedoch auch jetzt schon ganz klar: Das Verbot der Leerverkäufe speziell von Wirecard-Aktien, das die Finanzaufsicht am 18. Februar für zwei Monate verhängt hatte, war richtig. Zur Erinnerung: Kurz bevor ein Artikel in der „Financial Times“ erschienen war, in dem es um angebliche Bilanzierungstricks von Wirecard in Singapur ging, waren die Handelsvolumina stark gestiegen durch Aktienverkäufer, die Wirecard-Aktien gar nicht besaßen. 

          Hufeld betont, das Verbot für Leerverkäufe fuße nach dem Gesetz nicht darauf, ob die Inhalte des Artikels stimmten. Vielmehr habe die Bafin reagiert auf den Verdacht der Marktmanipulation. Es sei auch nicht darum gegangen, ein deutsches Vorzeigetechnologieunternehmen gegen die Börsianer in London zu verteidigen. „Das ist Blödsinn“, sagte Hufeld. Dieser Vorwurf werde dem Vorgehen seiner Behörde nicht gerecht. 

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