https://www.faz.net/-gqe-a5qn1

Im Wirecard-Ausschuss : Wirtschaftsprüfer wollen nicht aussagen

  • Aktualisiert am

Auch der ehemalige Wirecard-Chef Markus Braun war nicht eben kooperativ während seiner Vernehmung im Untersuchungsausschuss. Bild: AFP

Der Insolvenzverwalter hat die EY-Mitarbeiter von ihrer Verschwiegenheitspflicht entbunden. Aussagen wollen diese im Wirecard-Untersuchungsausschuss dennoch nicht. Einige Bundestagsabgeordnete sind außer sich.

          1 Min.

          Die vorgeladenen Wirtschaftsprüfer wollen im Untersuchungsausschuss zum Wirecard-Bilanzskandal in der kommenden Woche nicht aussagen. Das geht aus drei Anwaltsschreiben an den Ausschuss hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Demnach berufen sich die Mitarbeiter der Gesellschaft EY auf ihre Verschwiegenheitspflicht als Wirtschaftsprüfer. Dass der Insolvenzverwalter sie davon entbunden habe, ändere nichts, erklären die Anwälte in den Schreiben.

          EY hatte als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Jahresabschlüsse von Wirecard geprüft. Das Unternehmen steht in der Kritik, weil der Milliardenbetrug dabei nicht früher entdeckt wurde. Am kommenden Donnerstag sollten die Prüfer im Ausschuss befragt werden.

          Die Vertreter von FDP, Grünen und Linken im Ausschuss kritisierten die Weigerung deutlich. EY spiele eine entscheidende Rolle, „vieles deutet auf ein Versagen auch bei der Abschlussprüfung hin“, sagte der FDP-Abgeordnete Florian Toncar.

          Der Linken-Abgeordnete Fabio De Masi betonte: „Wer wie EY bei öffentlichen Aufträgen von der Bundesregierung immer vor der Tür steht, hat auch im Parlament zu erscheinen.“ Danyal Bayaz von den Grünen erklärte, die Prüfer sollten trotz ihrer Weigerung vor dem Ausschuss erscheinen – und bis dahin „in sich gehen, ob sie ihren Beitrag zur politischen Aufklärung tatsächlich verweigern möchten“.

          Die Abgeordneten kündigten an, alles rechtlich Mögliche zu tun, um eine Aussage der Wirtschaftsprüfer zu bekommen – auch, weil die Informationen wichtig seien, um ähnliche Fälle in Zukunft zu vermeiden.

          Weitere Themen

          Audi haftet für VW-Dieselmotor

          Abgasskandal : Audi haftet für VW-Dieselmotor

          Der Ingolstädter Autohersteller Audi muss seine Kunden auch für die vom Mutterkonzern Volkswagen entwickelten Motoren entschädigen. Das hat Oberlandesgericht München am Montag in mehreren Fällen entschieden.

          Topmeldungen

          Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Düsseldorf (September 2020)

          Sucharit Bhakdi : Der bittere Mediziner

          Sucharit Bhakdi war einmal ein angesehener Professor. Heute befeuert er die Querdenker und behauptet, dass die Deutschen in einer Diktatur lebten. Ein Besuch in Kiel.
          Seit 14 Jahren Bundestrainer: Joachim Löw coacht das deutsche Team auch bei der EM 2021

          Bundestrainer bleibt : Weiter so – mit Löw

          Der DFB hält auch nach dem Debakel in Spanien am Bundestrainer fest. Er werde nun alle nötigen Maßnahmen ergreifen, „um mit der Mannschaft eine begeisternde EM 2021 zu spielen“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.