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Volkswagen mit Fehlstart : Winter und „Shutdown“ bremsen amerikanischen Automarkt

  • Aktualisiert am

Bei den momentanen Wetterbedingungen in Amerika kommt wahrlich keine Kauflaube auf. Bild: AFP

Vor allem deutsche Autobauer haben in Amerika mit sinkenden Absatzzahlen seit Jahresbeginn zu kämpfen. Das kalte Wetter ist jedoch nicht der einzige Grund, warum sich die Amerikaner beim Neuwagenkauf zurückhalten.

          Der eisige Winter und der teilweise Regierungsstillstand („Shutdown“) haben zum Jahresauftakt Spuren am amerikanischen Automarkt hinterlassen. Die widrigen Umstände brockten auch Volkswagen einen Fehlstart ins neue Jahr ein: Die Zahl der abgesetzten Fahrzeuge sei im Januar um 6,7 Prozent auf 23.074 Stück gesunken, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

          Dabei halbierte sich der Absatz der Golf-Familie, während die Zahl der verkauften Jetta um 52 Prozent nach oben sprang. VW war eigentlich auf gutem Wege, nach dem Abgas-Skandal wieder Boden in den Vereinigten Staaten gutzumachen. Im vergangenen Jahr hatten die Wolfsburger dank gefragter SUVs ein Verkaufsplus von 4,2 Prozent eingefahren.

          Allerdings hatte zuletzt nicht nur VW Probleme, bei der amerikanischen Kundschaft zu punkten: Toyota etwa wurde im Januar nur gut 156.000 Neuwagen in Amerika los, das entspricht einem Minus von 6,6 Prozent im Jahresvergleich. Die japanischen Rivalen Nissan und Mazda mussten sogar Rückgänge um 19 Prozent beziehungsweise 20 Prozent verkraften.

          Porsche wächst, Daimler und BMW verlieren

          Zu den Gewinnern zählte Fiat Chrysler, hier legte der Absatz um 2,5 Prozent und schon das elfte Quartal in Folge zu. Auch Honda konnte immerhin einen kleinen Anstieg um 1,5 Prozent verbuchen. Der zum VW-Konzern gehörende Sportwagenbauer Porsche schaffte ein Absatzplus um 12,5 Prozent auf 5419 Autos, während die Verkäufe bei Volkswagens Tochter Audi um 1,8 Prozent auf 14.253 Stück sanken.

          Daimler erlitt im Januar einen Absatzeinbruch: Die Verkäufe fielen insgesamt um 13,8 Prozent auf 23.804 Fahrzeuge. Der Chef von Mercedes-Benz in Amerika, Dietmar Exler, zeigte sich aber optimistisch, in den kommenden Monaten mit neuen Modellen das Ruder herumreißen zu können. Der Oberklasse-Konkurrent BMW wurde mit 18.102 Fahrzeugen seiner Stammmarke 4,8 Prozent weniger los als im Vorjahr.

          Analysten hatten zum Jahresbeginn insgesamt nicht mit großen Sprüngen am Markt gerechnet. Das kalte Wetter hielt wohl viele Kunden vom Besuch im Autohaus ab, zudem sorgte der Behördenstillstand aufgrund des „Shutdowns“ für Verzögerungen bei den Zulassungen. Da die beiden größten amerikanischen Hersteller General Motors und Ford ihre Ergebnisse nur noch im Quartalstakt vorlegen, hat die monatliche Verkaufsbilanz aber ohnehin stark an Aussagekraft eingebüßt.

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