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Schlüsselpositionen : Frankreich will lieber Chefposten der EU-Kommission als den der EZB

  • Aktualisiert am

EU-Flaggen wehen vor dem Gebäude der EU-Kommission. Bild: dpa

Die französische Regierung hat sich noch nicht entschieden, welche Schlüsselposition in Europa es anstreben möchte. Doch Eingeweihten zufolge gibt es eine Tendenz.

          Frankreich schielt Insidern zufolge mehr auf den Chefposten in der EU-Kommission als auf die Position des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB). Für die Gestaltung des europäischen Projekts, das sich an einem kritischen Scheidepunkt befinde, spiele der Kommissionsposten eine größere Rolle, sagten drei mit den Diskussionen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Kommission ist der wichtigste Job, denn dieser ist der am stärksten politische. Die EZB hat bereits das gemacht, was sie machen kann“, sagte einer der Insider.

          Bislang hat sich Frankreich noch nicht formell entschieden, welchen Schlüsselposition in Europa es anstreben möchte. Staatspräsident Emmanuel Macron wird am Ende diese Entscheidung treffen. Sein Büro lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen ab. Die Europawahl findet vom 23. bis 26. Mai statt. Von deren Ausgang und den Verhandlungen unter den Mitgliedsstaaten wird abhängen, wer Nachfolger von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wird. Die achtjährige Amtszeit von EZB-Chef Mario Draghi läuft im Oktober aus.

          Der französische Finanzminister Bruno Le Maire hatte in der vergangenen Woche gesagt, Frankreich werde kämpfen, um „seine Interessen zu verteidigen“, wenn die Verhandlungen über die Vergabe der Spitzenämter in Europa beginnen. Dabei wird es auch darum gehen, einen Interessen-Ausgleich zwischen den Mitgliedsstaaten zu finden.

          Auch Deutschland möchte zum Zuge kommen. Spitzenkandidat der konservativen Parteienfamilie EVP für die Europawahl ist CSU-Vize Manfred Weber. Damit ist auch ein Anspruch auf den Posten des EU-Kommissionschefs verbunden. Zu den heißen Anwärtern auf die Draghi-Nachfolge wird neben Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau, Finnlands Zentralbank-Gouverneur Olli Rehn auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann gezählt. 

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