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Flüchtlinge am Arbeitsmarkt : Die Erfolgsgeschichte Zeitarbeit bekommt einen Kratzer

Schwerer Einstieg in den Arbeitsmarkt: Flüchtlinge werden oft als Helfer beschäftigt. Bild: Picture-Alliance

Menschen aus den Asylherkunftsländern kommen häufig in der Leiharbeit unter. Doch sie verdienen im Durchschnitt weniger als ihre deutschen Kollegen – und Aufstiege sind schwierig.

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          Die vielgescholtene Zeitarbeitsbranche in Deutschland hat vor einiger Zeit einen Weg gefunden, endlich einmal positive Schlagzeilen zu machen – und zwar mit der Integration von Flüchtlingen. Gerne betont sie, welch großen Beitrag sie dafür leiste. Tatsächlich bietet sie überdurchschnittlich vielen Menschen aus den wichtigsten Asylherkunftsländern, zu denen etwa Syrien, Afghanistan, Iran und der Irak zählen, eine Einstiegschance auf dem regulären Arbeitsmarkt. Mehr als ein Drittel aller Menschen aus diesen Ländern, die den Sprung aus der Arbeitslosigkeit heraus schaffen, kommen offiziellen Daten zufolge in der Arbeitnehmerüberlassung unter.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Dennoch bekommt die Erfolgsgeschichte nun einen Kratzer. Denn die Löhne, die Flüchtlinge in der Zeitarbeit erzielen, fallen weiter sehr gering aus. So verdiente ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer aus den Hauptasylherkunftsländern Ende vergangenen Jahres im Mittel lediglich 1515 Euro, wie aus der gerade aktualisierten Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht – kaum mehr als Ende 2017. Da betrug das mittlere Einkommen nur 1450 Euro. Zugleich lag der Verdienst damit deutlich unter dem von Leiharbeitnehmern mit einem deutschen Pass, die im Mittel auf 2128 Euro kamen. Diese Zahlen werfen die Frage auf, ob für die Flüchtlinge aus einer Einstiegschance über die Zeitarbeit womöglich eine Sackgasse wird.

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