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Kursänderung der Finanzpolitik : Schulden statt Draghi?

Präsident der Europäischen Zentralbank: Mario Draghi Bild: EPA

Soll der Staat mehr Geld ausgeben, um Wirtschaftswachstum und Zinsen zu steigern? Auf lange Sicht ist das eine trügerische Idee.

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          In die in den vergangenen Jahren gelegentlich fast schon hysterische Debatte über die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kommt Bewegung. Denn anstatt wie früher einfach auf Mario Draghi und seine Truppen einzuschlagen und die Geldpolitik wahlweise als Irrsinn oder als Betrug am deutschen Sparer einzuordnen, wächst gerade in der Finanzbranche die Erkenntnis, dass es gewichtigere und fundamentalere Gründe für das niedrige Zinsniveau geben mag – und daher möglicherweise auch andere Wege, es zu überwinden.

          „Die Negativzinsen sind die Folge von zu hohen Ersparnissen bei Staaten und Unternehmen in der Eurozone“, schreibt das Schweizer Bankhaus Julius Bär in einer aktuellen Analyse. Besonders dramatisch sei die Situation in Deutschland: „Dort übersteigt die Geldanlage von Staat und Unternehmen deutlich deren Kreditaufnahme. Damit sind in Deutschland sowohl die privaten Haushalte als auch die Unternehmen und der Staat Nettosparer und sorgen für die Herausforderung, dieses Geld anzulegen.“ Wo aber viele sparen wollen und kaum jemand investieren will, ist der Zins notwendigerweise niedrig.

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