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Serie: Wie wir reich wurden (46) : WWW - drei Buchstaben verändern die Welt

Was wäre die Welt ohne Kabel? Bild: dpa

Erfunden von Militärs und dann übernommen von Wissenschaftlern wurde das Internet erst populär, als die Geschäftsleute kamen. Und mag es auch Gefahren haben: Es hat das Leben der Menschen umgewälzt.

          3 Min.

          Im Jahr 1901 testeten zwei Psychologen in New York, wie gut Menschen Flächen schätzen können. Sie fanden heraus: Wer bei großen Rechtecken richtigliegt, macht bei kleinen oft schon wieder Fehler. Dieses Experiment ist wahrlich kein Klassiker der Forschungsgeschichte - aber wer sich heute in Deutschland für die Ergebnisse interessiert, kann den Abstand von 6000 Kilometern und 109 Jahren innerhalb von Sekunden überbrücken und hat den Bericht in wenigen Augenblicken auf seinem Computer. Denn der steht im Internet.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das Internet hat das Leben der Menschen umgewälzt. Mag es auch Gefahren haben, es hat enorme Fortschritte gebracht: Schulkameraden, die sich seit 40 Jahren nicht mehr gesehen haben, kommen wieder in Kontakt. In Windeseile kommt jeder an die neuesten Nachrichten. Und wer Lust hat auf Kultur, auf Bücher, Musik oder Filme, der bekommt die zu jeder Tages- und Nachtzeit ins Haus. Junge Bands können ihre Musik auch ganz umsonst anbieten, um für sich Werbung zu machen, denn sie müssen keine CDs mehr pressen. Und das Angebot an Waren ist unermesslich. Weil Online-Shops keine teuren Läden brauchen und keine dicken Kataloge, können sie eine schier unbegrenzte Vielfalt an Dingen anbieten. Der Käufer weiß sogar schon beim Bestellen, ob sein Wunschprodukt gerade ausverkauft ist. Und all das erscheint heute auch noch völlig selbstverständlich.

          Schon früh sparte das Netz viel Geld

          So revolutionär das Internet ist, so klassisch wurde es erfunden und entwickelt: Die Grundlagen legten Wissenschaftler in Diensten von Staat und Militär. Unters Volk brachten die Entwicklung allerdings Leute, die damit Geld verdienen wollten. Der Reihe nach: Alles begann, nachdem die Sowjetunion den ersten Satelliten der Welt - Sputnik - in den Orbit geschossen hatte. Weil die Sowjetunion technisch so weit voraus war, bekamen die Amerikaner den „Sputnik-Schock“ - und beschlossen, möglichst schnell aufzuholen. Auch für die Armee gründeten sie eine eigene Forschungsagentur, die sogenannte „Agentur für hochentwickelte Forschungsprojekte“, kurz: ARPA. Und die begann bald mit der Entwicklung eines Computernetzes, das auch einem zerstörerischen Krieg standhalten sollte - weil es keine feste Zentrale hat, sondern chaotisch strukturiert ist und viele verschiedene Wege durch das Netz führen.

          1969 wurden die ersten Kabel gezogen. Ende des Jahres waren vier Computer im so genannten „Arpanet“ miteinander verbunden: an den Universitäten in Santa Barbara, Los Angeles und Utah sowie am Forschungsinstitut in Stanford. Überliefert ist, dass das erste Wort zwischen Los Angeles und Stanford ausgetauscht wurde. Es hieß „lo“. Eigentlich sollte es noch weitergehen, aber der Computer stürzte nach den ersten zwei Buchstaben ab. Vielleicht hätte das Wort „login“ heißen sollen. Schon früh sparte das Netz Geld: Der erste praktische Nutzen war, dass teure Großrechner auch von Forschern an anderen Orten genutzt werden konnten. Am beliebtesten war aber bald eine andere Funktion, nämlich die E-Mail, die zwei Jahre nach dem Entstehen des Netzwerks aufkam.

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