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Impfstoff gegen Corona : Was ist dran an Russlands Impfversprechen?

Auch in der von Millionen Menschen täglich genutzten Moskauer Metro bedecken längst nicht alle Mund und Nase. Bild: Bloomberg

Mit Russlands Coronazahlen steigt auch die Hoffnung auf seine Impfstoffe. Wie weit ist das Land, das so schnell vorgeprescht ist?

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          Auch in Russland steigen die Corona-Infektionszahlen wieder. Allerdings sind sie seit dem Frühjahr nie auf einen wirklich niedrigen Stand gesunken – im Sommer bewegten sie sich rund um die Marke von 5000 Fällen am Tag. Seit dem Ferienende Anfang September zeigt die Kurve wieder nach oben, inzwischen sind es mehr als 8000 Neuinfizierte am Tag, etwa ein Viertel davon in der Hauptstadt. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin hat dann auch als Erster die „Empfehlung“ für Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen ausgesprochen, von diesem Montag an zu Hause zu bleiben. Großen Unternehmen riet Sobjanin, so viele Mitarbeiter wie möglich wieder ins Homeoffice zu schicken. Am Wochenende aber saßen bei Spätsommerwetter in Moskaus Parks unmaskierte Rentner dicht gedrängt um Picknicktische. Die Masken-Disziplin hat ohnehin seit langem nachgelassen, was auch an mangelnden Kontrollen liegt; selbst in der von Millionen Menschen täglich genutzten Moskauer Metro bedecken längst nicht alle Mund und Nase.

          Katharina Wagner

          Wirtschaftskorrespondentin für Russland und die GUS mit Sitz in Moskau.

          Dennoch gibt sich die Führung des Landes entspannt: Eine Wiederholung des Szenarios vom Frühjahr sei in Moskau nicht zu erwarten, da bereits ein Viertel der Hauptstädter Immunität entwickelt habe, sagte ein führender Epidemiologe der Verbraucherschutzbehörde kürzlich. Auch Präsident Wladimir Putin, der schon im Frühjahr nicht selbst die unbeliebten Einschränkungen verkündete, spricht lieber über die Erfolge des Gesundheitssystems im Kampf gegen Covid-19 und prahlt – wie vergangene Woche vor Abgeordneten –, russische Wissenschaftler hätten „als erste der Welt eine Impfung geschaffen, die vor dem Coronavirus schützt“. Damit meinte er den Mitte August in Russland zugelassenen Impfstoff Sputnik V, der so genannt wurde, weil Moskau damit – analog zu dem von der Sowjetunion 1957 gestarteten Satelliten – den Rest der Welt überraschen wollte.

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