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Nachrichten-Timing : Wie Manager mit Nachrichten ihr Gehalt steigern

Wann die Medien Futter bekommen, bestimmt der Chef. Bild: Röth, Frank

Die Chefs großer Unternehmen haben oft Spielraum, wann sie die Neuigkeiten aus ihrer Firma mitteilen. Offenbar berücksichtigen sie dabei auch eigene finanzielle Interessen, zeigt eine brisante Studie.

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          Eine alte Börsenweisheit lautet: „Sell on Good News“ – Verkauf, wenn der Kurs einer Aktie nach einer guten Nachricht gerade stark gestiegen ist. Denn oft hält ein solcher Anstieg nicht lange an, dann korrigiert sich der Kurs wieder. Das wissen auch die Chefs der großen börsennotierten Unternehmen.

          Tillmann Neuscheler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eine gerade in Amerika veröffentlichte Studie zeigt, dass sie das auch geschickt für den eigenen Geldbeutel ausnutzen: Sie wählen den Zeitpunkt strategisch aus, an dem sie Nachrichten aus dem Unternehmen der Öffentlichkeit bekannt geben. Sie haben beispielsweise einen gewissen Spielraum, wann sie ein neu entwickeltes Produkt vorstellen oder wann sie das Auszahlen einer Sonderdividende den Anteilseignern mitteilen - und nutzen ihn offenbar. Durch geschicktes Timing - das kaum auffällt - sorgen sie dafür, dass ihnen das Nachrichtenumfeld gewogen ist, wenn sie selbst Aktien ihres Unternehmens verkaufen wollen.

          Die mysteriöse Häufung der Mitteilungen

          Für die Studie haben die vier Wissenschaftler Alex Edmans, Luis Goncalves-Pinto, Yanbo Wang und Moqi Xu Firmen untersucht, die im amerikanischen Aktienindex S&P 500 gelistet sind. Sie haben sich durch Pressemitteilungen gewühlt und geprüft: Wann wurden sie veröffentlicht? Wie positiv war der Inhalt? Und sie haben zugleich die Aktienbelohnungs-Progamme der Chefs analysiert. Wenn Manager Aktien ihres Unternehmens als Teil ihrer Entlohnung erhalten, dürfen sie diese Aktien meist erst nach Ablauf einer vorher festgelegten Haltefrist verkaufen. Die Börsenaufsicht muss über solche Haltefristen informiert werden.

          Wie sieht das in der Realität aus? Um das ganze mit einem Beispiel verständlich zu machen: Der Chef eines großen amerikanischen Spielzeugherstellers bekam als ein Teil seiner Vergütung 20.000 Aktien seines Unternehmens. Die Hälfte davon durfte er nach 2 Jahren verkaufen, den Rest erst nach 3 Jahren. Das Ganze soll Manager eigentlich anspornen, nicht nur kurzfristig zu denken, sondern langfristig den Erfolg des Unternehmens im Blick zu haben. Zudem soll es die Manager längerfristig an das Unternehmen binden.

          Die Wissenschaftler haben nun festgestellt, dass sich die Zahl der Pressemitteilungen oft häuft, wenn gerade eine Haltefrist ausläuft. Auf Basis der Mitteilungen der Unternehmen berichten auch die Medien in diesen Monaten etwas positiver, was auch die Börsenkurse heben kann. In den Monaten davor und danach hingegen sind die Unternehmen verschlossener und es wird auch weniger über sie berichtet. Der Effekt ist so auffällig, dass es nach der Forschung der Wissenschaftler kein Zufall mehr sein kann. Statistiker sagen, der Effekt sei „signifikant“.

          Sind die Spitzenmanager mit ihrer Strategie erfolgreich? Ja, schreiben die Autoren. Die so plazierten Nachrichten können den Aktienkurs zwar nicht nachhaltig beeinflussen, aber kurzfristig gibt es eben doch einen Effekt. Und da die meisten Top-Manager ihre Aktien schon wenige Tage nach Ablauf der Haltefrist verkaufen, profitieren sie von dem Kurzzeithoch. So können sie nebenher schon einmal viel Geld hinzugewinnen. Das Vorgehen ist legal, schreiben die Wissenschaftler.

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