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Zuwendungen an Orbán-Regierung : „Ohne EU-Geld wäre Ungarn wie Moldau“

Besonders regierungsnahe Landwirte in Ungarn profitieren von hohen EU-Subventionen. Bild: © 2016 Bloomberg Finance LP

Ungarn profitiert besonders stark von den Subventionen aus Brüssel. Die Regierung Orbán verteilt die Gelder mit Vorliebe an die eigenen Unterstützer. In der Landwirtschaft hat das viele negative Folgen.

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          Szilveszter Benedek fährt in diesen Tagen über aufgeweichte Feldwege rund um sein Heimatdorf Szentantalfa. Gerne bleibt der Bauer stehen, um die Kontraste in den Ackerflächen zu betrachten. Auf der einen Seite sieht er dann frisch bearbeitete fette Erde wie idealerweise nach der Ernte. Auf der anderen Seite schaut er auf ungepflegte Felder. „Manche kassieren nur die Prämie aus Brüssel, ohne sich um die Felder zu kümmern“, sagt der studierte Landwirt und findet: „Die Förderung macht faul.“ Er bewirtschaftet im westlichen Zentralungarn im Kreis Veszprém 200 Hektar mit Mais, Sonnenblumen und Weizen. Darüber hinaus betreibt er Weinbau auf sechs Hektar. Vor allem Weißweine der Sorten Riesling, Silvaner, Pinot Grigio und Chardonnay kommen aus dem Nivegy Tal hinter dem Seegebirge des Balaton. Aber auch Rotweine gedeihen in der Gegend.

          Michaela Seiser
          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Benedek ist Mitglied der Agrargenossenschaft Nivegy-Völgyi Borgazdaság, die er auch managt. Sie ist eine der wenigen nach dem Zusammenbruch des Kommunismus noch verbliebenen Genossenschaften in dem kleinen zentraleuropäischen Land. Für die Winzer aus der Region erweist sich das Modell als erfolgreich. Schließlich hat der Weinbau dort eine kleinteilige Struktur. Mit seinen sechs Hektar ist Benedek einer der größeren Akteure. Im Jahr erwirtschaftet die Genossenschaft mehr als eine halbe Million Euro Umsatz. Er kommt mit seinem Anteil auf 30.000 Euro. Nur wenig wird exportiert.

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